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Die D-Junioren trifft es besonders hart – Nachfolger fehlen

Spreewald.. Nicht nur Schulen und Kitas müssen wegen des anhaltenden Bevölkerungsschwunds geschlossen werden. Auch Sportmannschaften verabschieden sich zahlreich aus dem Spielbetrieb, weil sie ihre Reihen nicht mehr gefüllt bekommen. Im Fußballkreis Spreewald ist der Rückgang besonders deutlich im Nachwuchsbereich spürbar. H. Stürmer

Im Vergleich zum vergangenen Spieljahr werden in der kommenden Saison insgesamt acht Mannschaften aus dem Bereich Nachwuchs, der auf fünf Altersklassen verteilt ist, weniger spielen. Das kündigt Dieter Dünnbier, Vorstandsvorsitzender im Fußballkreis Spreewald, an. Im vergangenen Spieljahr konnten noch 54 Nachwuchsmannschaften von Lubolz bis Gießmannsdorf und von Lu ckau bis Goyatz angesetzt werden, im kommenden werden es 46 sein. Schuld sei der anhaltende Bevölkerungsschwund, ist sich Dünnbier sicher.

Sieben Teams hören auf
Besonders hart trifft es die D-Junioren, die Elf- bis Zwölfjährigen. In dieser Altersklasse hören zur kommenden Saison sieben von ehemals zehn Mannschaften auf, zwei neue kommen hinzu. Betroffen sind Blau-Weiß Lieberose, der Goyatzer SV, Groß Leuthen/Gröditsch, Eintracht Wittmannsdorf, Alemannia Altdöbern, Blau-Weiß Lubolz und der TSV Missen. Raddusch stellt eine neue D-Junioren-Mannschaft auf, die TSG Lübbenau stellt eine zweite auf. „Bei den D-Junioren bekommen wir jetzt zu spüren, welche Auswirkungen die geburtenschwachen Jahre zu Beginn der 90er-Jahre auf unsere Vereine haben“ , sagt Dünnbier.

Zahlen schrumpfen weiter
Paul Grenkowski, Vorsitzender des Jugendausschusses im Fußballkreis Spreewald, ergänzt seinen Sportkollegen: „In ein bis zwei Jahren wird sich dieses Problem bei den C- und dann auch bei den B-Junioren zeigen. Zum Vergleich: Wir hatten in der vorletzten Saison, also 2001/2002, noch insgesamt 18 Mannschaften bei den D-Junioren.“
In den Reihen der E-Junioren wird die Zahl der Spielgruppen von acht auf sieben geschrumpft sein, wenn im August die neue Saison offiziell beginnt. Hingegen können die C-Junioren dann mit 14 statt bisher 13 Mannschaften antreten. Die B-Junioren werden von 13 auf elf Mannschaften geschrumpft sein. 1885 Golßen und Einheit Drahnsdorf müssen jeweils eine Mannschaft aufgeben.
Bei den A-Junioren werden nur noch neun von vorher zehn gezählt werden können, so muss zum Beispiel Lok Calau in der kommenden Saison auf seine 16- bis 18-Jährigen verzichten.

Nur wenige Mannschaften
„Die meisten Vereine haben heutzutage nur noch ein bis zwei Fußballmannschaften im Bereich Nachwuchs“ , sagt Grenkowski. Die SG Gießmannsdorf zum Beispiel schickt eine einzige Mannschaft ins Rennen: ihre A-Junioren. Blau-Weiß Vetschau und die TSG Lübbenau sind die einzigen beiden Vereine im Fußballkreis Spreewald, die im Nachwuchsbereich sechs Altersklassen, von den A- bis zu den F-Junioren, abdecken können. Grenkowski ist sehr erfreut darüber, dass insgesamt drei Mannschaften in der kommenden Saison erstmals F-Junioren spielen lassen können: Neben Blau-Weiß Vetschau und der TSG Lübbenau auch 1885 Golßen.

Fusion der Vereine?
Roland Exler, Präsident des FSV Groß Leuthen/Gröditsch, sieht eine Lösung des Problems in der Fusion von Vereinen. Seit einiger Zeit schon führe er mit Nachbarvereinen Gespräche zur Problematik. Doch bisher sei nichts dabei herausgekommen, bedauert er. „Die Kräfte müssen endlich gebündelt werden“ , so seine Forderung. „Bis jetzt kamen wenig positive Reaktionen von den Vereinen.“ Dieter Dünnbier weiß, dass sich außer dem FSV Groß Leuthen/Gröditsch vorerst kein Verein mit dem Gedanken trägt, mit einem anderen zu fusionieren.