Wehrführer Manfred Neumann zog kurz und knapp Bilanz, machte auf anstehende Probleme sachlich aufmerksam. Mit einem Minus von 30 zur Sollstärke meisterten achtundvierzig Wehrmitglieder, darunter zwei Frauen, in den zurückliegenden zwölf Monaten die Aufgaben. Insgesamt 82 Mal (2003: 106) wurde die Wehr alarmiert. 38 davon waren zur Brandbekämpfung, 31 zu Hilfeleistungen verschiedenster Art. Dazu kommen noch dreizehn Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen.
Die regelmäßigen Ausbildungen und Schulungen, gepaart mit der zur Verfügung stehenden Technik, ermöglichten auch im vergangenen Jahr eine wirkungsvolle Arbeit bei den Einsätzen. Dabei gehörten die Spreewaldübung und die Übung im Alters- und Pflegeheim zu den größten Herausforderungen des vergangenen Jahres (RUNDSCHAU berichtete). Stadtbrandmeister Klaus Markus verwies darauf, die Zahl der praktischen Übungen in diesem Jahr zu erhöhen, um weiterhin auf der Höhe der Aufgaben zu bleiben. Sie sollen Motivation für das weitere Mitwirken und die Nachwuchsgewinnung sein.
Über die Teilnahme an Übungen berichtete auch Sabine Obrig von der Löschgruppe Lehde. Aber sie verwies auch auf durchgeführte Arbeitseinsätze, die Teilnahme am Dorffest sowie die Pflege des Kriegerdenkmals. Werner Lagatz, Führer der Krimnitzer Löschgruppe, konnte die stolze Zahl von zweiunddreißig aktiven Männern, Frauen und Jugendlichen nennen. In diesem Jahr wollen sie verstärkt das Lübbenauer Depot für Ausbildungszwecken nutzen. Er verwies, wie auch andere Wehrleute, darauf, dass es in der normalen Arbeitszeit im Falle einer Alarmierung zu Engpässen kommen kann. „Wir haben große Anstrengungen zur Bildung einer Jugendgruppe unternommen, was uns letztendlich auch gelungen ist“ , konnte Jochen Köllner aus Zerkwitz berichten. Die Lübbenauer Wehr war nach der Gemeindegebietsreform im September 2004 Ausrichter des ersten Stadtausscheides im „Löschangriff nass“ und im Knotenbinden, an dem Gruppen von elf Wehren teilnahmen.
Ehrungen und Beförderungen gehörten an diesem Tage mit ins Programm, wobei der Stadtbrandmeister die Blumensträuße, immerhin waren es sechzig, überreichte. Sylvia Kühne (41) erhielt für ihre treuen Dienste die Medaille für zwanzigjährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr. „Mein Vater war auch Feuerwehrmann, ich wurde bereits in der Schule angesprochen. Einen direkten Einsatz habe ich noch nicht mitgemacht. Aber wenn die Sirene ertönt, bin ich zur Stelle“ , erklärt die Krimnitzerin, die auf alle Fälle der Feuerwehr treu bleiben will, auch wenn der Ehemann nicht dazugehört. Mit zu den ältesten Teilnehmern der Versammlung gehörte Hermann Schurrgott, der kürzlich achtzig Jahre alt wurde. Seit 1947 gehört er der Wehr an, beendete 1984 den aktiven Dienst und ist heute in der Seniorengruppe integriert.