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| 13:13 Uhr

Premiere in Beuchow
Der wirklich allerletzte Streich der Olsenbande

 Auch im nun wohl wirklich allerletzten Streich der Olsenbande hat Egon wieder einen Plan.
Auch im nun wohl wirklich allerletzten Streich der Olsenbande hat Egon wieder einen Plan. FOTO: Uwe Hegewald
Bunte Bühne Lübbenau startet in Groß Beuchow mit umjubelter Premiere ins Sommertheater Von Uwe Hegewald

Das Gros der Besucher ist Freitagnacht bereits auf dem Heimweg, Edelhelferinnen und -helfer schaffen in der Mehrzweckhalle von Groß Beuchow die Grundordnung wieder her, als Mitglieder des Ensembles nach und nach aus der Garderobe kommen. „Puh, das hat geschlaucht“, seufzt ein erschöpft, aber zufrieden wirkender Matthias Greupner.

Die Rolle des Egon Olsen auf den Leib geschrieben, musste er zusätzlich in ein weiteres Kostüm schlüpfen. Auf Anhieb dürfte sich kein Kenner der beliebten Komödie daran erinnern, den Kopf des dänischen Gaunertrios je in einer weiteren Rolle gesehen zu haben. „Die Olsenbande Teil III“ des „KultuRegio e.V.“ macht es möglich.

Auch wenn solche Inszenierungen dem Schauspielensemble so einiges abverlangen. Ständige Kostümwechsel sind bei Doppel- oder Mehrfachrollen angesagt. Otto Albrecht darf gleich sechs Mal sein Outfit wechseln: Pförtner, Polizist, Schweinehansen, Gefängniswärter, erster Leibwächter und das legendäre „dumme Schwein“.

„Alle haben einen ausgezeichneten Job gemacht. Ich bin mit dem Verlauf der Premierenveranstaltung sehr zufrieden“, resümiert Matthias Härtig. Klar lebe das Stück von seinen Hauptfiguren Egon (Matthias Greupner), Benny (Nico Bobrzik), Kjeld (Michael Apel) und Yvonne (Sylvia Burza), räumt der Regisseur ein, zu einem Gesamtwerk verschmilzt die Komödie aber erst durch die belebenden Nebenfiguren, hebt er hervor.

An Besucher Felix Richter wird deutlich, dass die amüsanten Abenteuer des Gaunertrios selbst jüngeres Publikum erreicht. „Ich habe zwei Filme gesehen und war auch schon bei den Olsenbande-Aufführungen I und II hier in Beuchow zu Gast“, erzählt der 14-Jährige. Das habe aber auch mit einem guten Kumpel zu tun, der zu den Schauspielern zählt: Tyron Bösche in der Rolle des Børge. Dieser habe ihm von den vielen Proben erzählt, nichts aber über Inhalte des Stücks. „Das wollte ich auch gar nicht wissen, sonst hätten die Überraschungen gefehlt, so Felix Richter, der die Cottbuser Sportschule besucht. Das Herz des Lübbenauers schlägt für die Leichtathletik, insbesondere fürs Speerwerfen, wie er erzählt.

Apropos Speerwerfen: als Egon, als Speerspitze des Gaunertrios aufgrund einer Amnestie vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, muss Benny in die Bresche springen. Auch er habe einen „genialen Plan“. „Mächtig gewaltig“, bis…

Zuviel soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Beim Verlag Henschel, der die Rechte von Olsenbande-Inszenierungen vertritt, musste Drehbuchautor Matthias Härtig viel Verständnis einfordern. Im zweiten Teil der knapp 140-minütigen Aufführung bekommt die Olsenbande-Geschichte einen starken regionalen Zuschnitt. Die Lachsalven werden länger, der Applaus intensiver. Auch bei Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, die im Publikum sitzt. Insbesondere die Nachricht, in welchem bedeutenden Südbrandenburger Objekt Egon Olsen Quartier bezieht, dürfte bei der Ministerin für Erleichterung gesorgt haben. Zumal für die Immobilie seit längerem ein Nutzer gesucht wird.

Und es bleibt dabei: Ab sofort lässt die Olsenbande die Finger von Tresoren der Firma „Franz Jäger – Berlin“.

„Wir haben die Kult-Kriminellen von Mallorca zurück nach Deutschland geholt, um sie hier in den Ruhestand zu verabschieden. Schauen wir mal, wer uns im kommenden Jahr dann auf die Bühne springt“, zieht auch Matthias Härtig einen Schlussstrich unter die Erfolgsgeschichte „Olsenbande“ im „Theater im Grünen“.

Marko Schröter, Kahnfährmann aus Lübbenau, zeigt sogar Verständnis für den Entschluss. „Bekanntlich sollte man dann aufhören, wenn’s am schönsten ist“, nimmt er auf ein bekanntes Sprichwort Bezug, wünscht sich aber, dass Egon, Benny, Kjeld & Co. in ein paar Jahren nach Lübbenau oder Groß Beuchow zurückkehren.

 Auch im nun wohl wirklich allerletzten Streich der Olsenbande hat Egon wieder einen Plan.
Auch im nun wohl wirklich allerletzten Streich der Olsenbande hat Egon wieder einen Plan. FOTO: Uwe Hegewald