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| 02:49 Uhr

Der Traubenkirsche könnte es an den Kragen gehen

Die Traubenkirsche stammt aus Nordamerika.
Die Traubenkirsche stammt aus Nordamerika. FOTO: Fotolia
Drachhausen. Innerhalb der Europäischen Union wachsen rund 12 000 "gebietsfremde Pflanzenarten". Etwa zehn bis 15 Prozent von ihnen etablieren sich dauerhaft. Problematisch wird es dann, wenn diese Gewächse die heimischen Arten verdrängen. Aus diesem Grund soll es eine neue EU-Verordnung geben. Das gab Axel Steffen, Abteilungsleiter Naturschutz im Brandenburger Umweltministerium, während der Naturschutztagung des Spree-Neiße-Kreises kürzlich in Drachhausen bekannt. Torsten Richter

Demnach sei eine Liste von 50 sogenannten invasiven, also aggressiven Pflanzenarten vorgesehen. Das Papier werde Pflanzen beinhalten, die zu wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden führen können. Allerdings, so Steffen, seien die konkreten Arten noch nicht bekannt. "Da stellt sich die Frage, ob wir in Brandenburg davon überhaupt berührt werden."Nach Angaben heimischer Fachleute gibt es durchaus zwischen Elbe und Oder entsprechende Kandidaten. Das wäre neben der allergenen Ambrosia insbesondere die Spätblühende Traubenkirsche. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Art, die im 17. Jahrhundert in Europa eingebürgert wurde, bereite zahlreichen Förstern der Region Kopfzerbrechen. "Wo sie auftritt, gibt es massive Probleme, einen Kiefernforst in einen naturnahen Mischwald umzuwandeln", erklärte Wolfgang Renner, Leiter des Naturparks Schlaubetal.

Unter der meist strauchförmig wachsenden Art könnte sich aufgrund des Lichtmangels keine Naturverjüngung etablieren. Bekämpfungsmaßnahmen seien allerdings aufwendig und oft nur wenig wirksam.