Ob in Hamburg, Frankfurt/Main, Berlin, Calau, Luckau oder Cottbus - mit der Gurke eröffnet er stets den Reigen der köstlichen Gerichte: Gurkensuppe mit Kräutern aus Burg oder Schnellgurken nach Spreewälder Rezept. Auch Quark mit Leinöl, Schmorgurken und Rinderbrust mit Meerrettichsoße sind Leibgerichte.
Die Gurke, in der Region angebaut und als Gewürz-, Dill-, Senf-, Knoblauch- oder Salzgurke verarbeitet, führt die Hitliste der Spreewaldprodukte an. Das knackige grüne Gemüse wird in den Betrieben in Golßen, Boblitz, Lübbenau und Lübben veredelt. Als gesunder Snack für zwischendurch - eine Alternative zum Schokoriegel - ist die "Get one", die Gewürzgurke in der Dose. Seit 2004 ist davon eine zweite Sorte auf dem Markt, eine Salz-Dill-Gurke. Längst werden Spreewaldgurken auch nach Westeuropa, Russland sowie über den großen Teich nach Kanada und in die USA exportiert.
Dass der schmackhafte Inhalt auch aus der Region stammt, garantiert die Dachmarke "Spreewald", das Herkunfts- und Qualitätssiegel für alle Produkte und Dienstleistungen, die die strengen Kriterien der Zertifizierung erfüllen. Vorgenommen wird diese durch den Spreewaldverein, in dem sich die Produzenten und Dienstleister aus der Wirtschaftsregion zusammengeschlossen haben. Durch das Siegel sieht jeder Kunde: Wo Spreewald drauf steht, ist auch Spreewald drin. Dies gilt nicht nur für die Gurke.
Auch die elf Meerrettichprodukte, die in Boblitz hergestellt werden, tragen das Spreewälder Qualitätssiegel. Besonders begehrt sind der frisch geriebene und der Gemüsemeerrettich, zum Grillen empfiehlt sich ein Party-Meerrettich mit Tomatenmark und als leckerer Brotaufstrich die Meerrettichcreme, eine sanfte Variante.
Doch Spreewald ist bedeutend mehr als Gurke und Meerrettich. Der Weißkohl, aus dem das begehrte Sauerkraut wird, gehört ebenso dazu wie Rotkohl, Rote Beete, Zwiebeln, Sellerie, Porree, Salate, Kürbis, Raps, Lein, Getreide, Kartoffeln und Spargel. Diese Produkte werden frisch auf Märkten angeboten oder konserviert, zu Gemüsesäften oder Pflanzenölen weiterverarbeitet.
Gleiches gilt für die Obstsorten, aus denen Säfte, Nektare oder gemischte Säfte hergestellt werden. Sie bilden zudem die Grundlage für Weine und Liköre. Ein Beispiel ist das Spreewälder Gurkenwasser, ein Kräuterlikör nach dem Sellendorfer Hausrezept, der originell verpackt auch aus kleinen Plastik-Gurken getrunken werden kann.
Noch relativ jung ist Spreewälder Senf. Er steht als Knoblauchsenf oder Meerrettichsenf im Regal, aber auch als ganze Körner in pikanter Mischung. "Scharfe Henne" heißt eine Mixtur, in der Pfefferschoten, Knoblauch und Meerrettich den Gaumen mehr als nur kitzeln.
Die Fleisch- und Wurstverarbeitungsbetriebe der Region haben einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf im Spreewald aufgebaut. Einige Produkte tragen bereits das Qualitätssiegel, unter anderem Leberwurst, Fleischwurst, Mettwurst, Jagdwurst im Glas und die Spreewälder Gurkensülze. Auch der Frühlingskartoffelsalat, der Fleischsalat mit Gurke und der Rindfleischsalat aus Golßen sollen bald das Spreewald-Siegel tragen. (klb)