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Der Rote Platz bekommt ein neues Gesicht

Der Rewe-Markt ist der anziehendste Mieter im Kaufpunkt, der für den Einzelhandel in der Neustadt wichtig ist.
Der Rewe-Markt ist der anziehendste Mieter im Kaufpunkt, der für den Einzelhandel in der Neustadt wichtig ist. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Großes Projekt, großes Interesse – diesen Eindruck vermittelte die Informationsveranstaltung Donnerstag im Mehrzweckraum des Spreeweltenbades. Rund 80 Lübbenauer waren gekommen und wollten wissen, was die Planer aus dem Rathaus, von Rewe und vom Spremberger Büro MKS zum Roten Platz zu sagen haben. Daniel Preikschat

Den deutlich größten Redeanteil hatte dabei MKS-Geschäftsführer Werner Hillmann. Der Architekt betonte die Toplage des Einkaufszentrums, das auch ein soziales Zentrum sei. "Nur bedingt" jedoch könne derzeit das enorme Potenzial des Platzes auch genutzt werden. Viel lasse zu wünschen übrig: Gebäude, Parkplatzsituation, Zuwegung, Verkehrsführung. Zu viel Fläche sei versiegelt, es fehle Grün, die Aufenthaltsqualität sei gering.

Der Rewe-Gruppe ging das selbst offenbar am meisten gegen den Strich. Sie hat daher den Platz erworben und mit der Stadt Lübbenau die Planungen weit vorangetrieben, den Platz komplett umzukrempeln. Nach Abriss aller Gebäude auf dem Roten Platz lässt Rewe Einkaufsmarkt und Ladenzeile neu bauen. Die beiden Gebäude bilden einen Winkel, in den hinein die 100 Parkplätze gebaut werden, so Hillmann. Ein- und Ausfahrt ist nur noch an der Straße des Friedens.

Aber auch diese Straße selbst, und hier kommt die Stadt ins Spiel, wird im Bereich des Roten Platzes ihr Aussehen verändern. Eine Mittelinsel ist geplant, die für Verkehrsberuhigung sorgen soll. Wünschenswert aus Stadtplanersicht wäre, wenn Kraftfahrer, Fußgänger und Radfahrer die Straße gemeinsam nutzten, so Werner Hillmann. Roter Platz und wis-à-vis-Ladenzeile wären so besser verbunden.

Zur Verkehrsberuhigung der Straße trage aber vor allem der neue Kreisverkehr am Roten Platz bei. Dieses Jahr, sagte Stadtplaner Peter Brandt, soll ein Teil der Regenentwässerung verlegt werden, der Kreisel selbst dann 2018 fertig werden. Ebenfalls erst 2018 könne aus Gründen der Logistik auf dem Roten Platz rück- und 2019 neu gebaut werden. Erst danach wiederum, 2019 oder 2020, könne die Robert-Koch-Straße saniert werden. Wegen dieses feststehenden Bauablaufs, bestätigte Thomas Pauer von der Rewegruppe, könne der alte Rewe noch bis Ende 2018 geöffnet bleiben.

Doch wann wird der neue Markt eröffnet? Bietet Rewe in der Zwischenzeit eine Einkaufsmöglichkeit an? Werden die Verkäuferinnen übernommen? Welche Geschäfte ziehen später in die neue Ladenzeile? Pauer bat um Verständnis, all diese Fragen heute noch nicht beantworten zu können. Erst müsse die Bauleitplanung abgeschlossen sein und Gespräche mit den bauausführenden Firmen und jetzigen Mietern geführt werden. Rewe habe das größte Interesse, keine Kunden zu verlieren. Man versuche alles, damit die Einschränkungen für die Verbraucher erträglich bleiben, versicherte Thomas Pauer.

Wie zum Trost nahm der Rewe-Mann die Lübbenauer mit auf einen virtuellen Rundgang durch den neuen Rewe. Durch breite Gänge ging es, auf die viel Tageslicht fällt dank Oberlichtern und Glaskuppeln. Mehr Frisches aus der Region soll es zu kaufen geben, so Pauer. Der Markt werde umweltfreundlich gebaut und betrieben. Wer will, könne sich einen vergleichbaren Markt in Forst schon Mal ansehen.

Zum Thema:
Auf dem 1,8 Hektar großen Roten Platz hätten locker zwei Fußballfelder Platz. Der Standort verfügt derzeit über 5000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Allerdings steht das Obergeschoss des Hauptgebäudes seit längerer Zeit komplett leer. Die neue Ladenzeile soll daher nur ein Erdgeschoss haben. Für das Projekt muss ein neuer Bebauungsplan erstellt werden, der Ende des Jahres vorliegen soll. Der bisherige Flächennutzungsplan dagegen behält seine Gültigkeit.