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| 14:17 Uhr

Kulturhof
Die Keimzelle Lübbenauer Musikkultur

Die wohl jüngste Band, die am Sonnabend auf der steht, ist Till 17, die Schülerband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums.
Die wohl jüngste Band, die am Sonnabend auf der steht, ist Till 17, die Schülerband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Der Kulturhof feiert am Sonnabend mit einem Freiluftfestival seinen 23. Geburtstag. Von Stephan Meyer

Einfach mal Danke sagen. Viele verschenken dazu Blumen oder Pralinen. Philipp Hoffmann tut dies mit einem Konzert. Sein Dank gilt dem Kulturhof Lübbenau, der dieses Jahr seinen 23. Geburtstag feiert. Aus  diesem Anlass organisiert er, zusammen mit Ingo Schiege vom Kulturhofverein, das erste Lübbenauer Crossroad-Festival, dass am Sonnabend steigt.

„Der Kulturhof ist die Keimzelle der Lübbenauer Musikkultur“, sagt Hoffmann. Im Alter von 15, 16 war er das erste Mal dort Gast, erinnert er sich. Doch er war nicht immer nur Besucher des Kulturhofs. „Wir haben dort angefangen Musik zu machen“, so der Gitarrist. Anfangs mit der Band Offmade, aus der dann Maila hervorging, später mit der Bluesrockband Blues-
beards, die auch beim Festival spielen wird. Er ist der Ansicht, in Lübbenau und Umgebung gebe es nur wenige Plattformen, wo junge Leute für geringes Geld etwas erleben und sich selbst entfalten können. Der Kulturhof sei dafür einer der wichtigsten Anlaufstellen.

„Der Kulturhof läuft mittlerweile 23 Jahre ehrenamtlich, das ist schon eine Leistung“, sagt Ingo Schiege. „Da kann man sich auch mal selber feiern.“ Seit 1996 ist Schiege, der eigentlich Vermesser ist, Mitglied des Kulturhofvereins und kümmert sich ums Buchen von Bands. Gegründet wurde der Kulturhof 1995, der damals noch in der Langen Straße 15, in einer alten Gurkeneinlegerei zu Hause war. Die Künstlerin Simone Brüggemann Riemer hatte die Idee, dort Kultur zu machen. Der Fokus des Veranstaltungsorts verlagerte sich dann über die Jahre auf Konzerte. „Wir haben auch schon Lesungen und Kino dort gemacht, aber das wurde nicht so gut angenommen“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende. 2000 zog der Kulturhof aufgrund von Lärmschutzauflagen in die Güterbahnhofstraße. Mit Fördermitteln wurde eine ehemalige Kantine auf dem Bahnhofsgelände ausgebaut. Der neue Standort brachte viele Vorteile mit sich. Übernachtungsmöglichkeiten und Duschen für die Musiker, eine ordentliche Küche und Proberäume für lokale Bands.

In all den Jahren habe der Kulturhofverein auch immer wieder versucht sich durch neue Mitglieder zu verjüngen, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Und ab und zu gelingt uns das auch.“ Aber es sei mittlerweile schwieriger geworden neben dem Beruf regelmäßig Konzerte zu veranstalten. „Wir sind auch älter geworden. Zwei Konzerte an einem Wochenende sind da einfach zu viel.“

Zusammen mit Philipp Hoffmann ging Ingo Schiege schon ein paar Jahre mit der Idee schwanger, abseits der Solokonzerte, ein Festival mit lokalen Bands zu machen. „Das hat es früher öfters gegeben“, so Hoffmann. Sollte das Fest ein Erfolg werden, wollen die beiden es vielleicht fortsetzen. Zur Geburtstagsfeier des Vereins treten überwiegend Gruppen auf, deren musikalische Entwicklung im Kulturhof begann. Vier Bands spielen am Sonnabend ein Geburtstagsständchen: Till 17, die Schülerband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums, die Alternative Rockband The Cukes, die Grundge-Kapelle No Entry sowie die Bluesbeards. Beginn ist 20 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, mit Schülerausweis fünf Euro.