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Der Gutshof ist nun dicht für Jugend und Feuerwehr

Gahlen.. Nur die Gahlener Katzen machen sich nichts draus, dass der Gutshof nun keine offenen Tore mehr hat. Vor etwa einem Jahr hatte ein Unternehmer aus Mittenwalde den Hof von der BVVG gekauft. Danach konnten ihn die Gahlener noch nutzen als Jugendraum, Feuerwehr-Treff oder zum Dorffest. Unstimmigkeiten zwischen Dirk Thümmler, dem Käufer, und den Gahlenern bzw. dem Amt Vetschau führten dazu, dass der Hof geräumt werden musste und nun für niemanden mehr nutzbar ist. Von Hannelore Kuschy

Den alten Konsum, den nutzten die Gahler gern, wenn sie ihre Dorffeste feierten, Jugendliche trafen sich hier und auch die Feuerwehrleute kamen hier zusammen. Ihr W 50, das betagte Feuerwehrauto, fand am Gutshof ein Dach über dem Kopf. Das Grundstück gehörte der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG), konnte durch eine vertragliche Regelung von den Einwohnern Gahlens genutzt werden.
Vor etwa einem Jahr erwarb Dirk Thümmler, ein Unternehmer aus Mittenwalde, dieses Grundstück. An der Nutzung änderte sich zunächst nichts. „Mit dem Erwerb dieses Grundstücks war ich in der Pflicht, es auch zu unterhalten. Die Gahlener nutzen es weiter. Doch es ging so nicht weiter, hier herrschte ein reges Treiben und niemand hat etwas getan, um hier Ordnung zu halten“ , so der jetzige Grundstückseigentümer. „Man kann nicht nur nehmen wollen, man muss auch etwas dafür tun, schließlich fallen mit der Zeit auch so einige Reparaturen an. So kündigte ich den Nutzungsvertrag mit der LMBV. Das Amt bot mir einen Mietbetrag an, den ich nicht akzeptieren konnte. Deshalb stellte ich eine Frist, bis wann der Hof und das Gebäude von den Gahlenern zu räumen waren. Schließlich hatten sie ein ganzes Jahr Zeit, hier etwas zu machen“ , stellte Thümmler fest.
So räumten die Einwohner. „Ich werde entweder einen neuen Mieter finden oder aber ich lasse den Hof so stehen“ , informierte der Mittenwalder zu seinen Absichten.
Amtsdirektor Axel Müller bestätigte, dass das halbe Dorf den Hof und das Gebäude nutzte. „Die neuen Mietforderungen aber waren einfach nicht zu bezahlen. Das Feuerwehrauto werden wir verkaufen müssen, es kann vorerst in der Scheune einer älteren Dame untergestellt werden. Demnächst müssen wir ein kleineres Fahrzeug kaufen, das auch in das kleine Feuerwehrhaus passt.“
Die Gahlener haben sich inzwischen Gedanken gemacht, wie sie das Pro blem nun lösen können, schließlich wird es auch ein nächstes Dorffest geben. Während sie bisher auch die Toiletten im Gutshof nutzen konnten, müssen sie künftig Miet-WC heranschaffen. Auch ein Zelt soll aufgestellt werden.