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| 01:29 Uhr

Der Duft von Holz und viel Geschichte

In der Lübbenauer Altstadt, Apothekengasse 1: Peter Brandt (2.v.r.), Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ im Land Brandenburg, zeichnet Tischlermeisterin Dorit Robarick für ihr Engagement bei der Initiative „Frauen machen Stadt“ aus. Foto: Bernd Marx/bdx1
In der Lübbenauer Altstadt, Apothekengasse 1: Peter Brandt (2.v.r.), Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ im Land Brandenburg, zeichnet Tischlermeisterin Dorit Robarick für ihr Engagement bei der Initiative „Frauen machen Stadt“ aus. Foto: Bernd Marx/bdx1 FOTO: Bernd Marx/bdx1
Lübbenau. um fünften Mal stellte die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg in der Spreewaldstadt Lübbenau eine besondere bauliche Sehenswürdigkeit vor. Unter dem Motto „Frauen machen Stadt“ stand am Sonnabend das Haus der Apothekengasse 1, eine ehemalige Tischlerei, im Mittelpunkt. Besitzerin Dorit Robarick wurde für ihr Engagement geehrt. Von Bernd Marx

“Immer stärker setzen sich Frauen für die Bewahrung des bauhistorischen Erbes ihres Wohnumfeldes ein, wie es Tischlermeisterin Dorit Robarick seit vielen Jahren vorbildlich mit ihrem Gebäudeensemble präsentiert„, so Peter Brandt bei seiner Laudatio. “Statt Langeweile und Einerlei ist gelebte Vielfalt ein Grund, stolz auf die eigene Stadt zu sein„, kommentierte Dorit Robarick die Würdigung.

Der Auszeichnung ging ein jahrelanges Wirken für die Erhaltung und Pflege der Bausubstanz von Haus, Werkstatt, Nebengelass und Hofanlagen voraus. Seit 1867 ist die Tischlerwerkstatt in Lübbenau und der Umgebung bekannt. Firmengründer und Tischlermeister August Wilhelm Robarick und sein Sohn Friedrich (1911-1987) wirkten darin.

“Ich hatte immer das Bestreben, das Historische im gesamten Gebäudekomplex zu erhalten und die moderne Wohnkultur darin einzubinden„, so Dorit Robarick, die seit 1978 auf dem Grundstück an der Lübbenauer Apothekengasse 1 wohnt. Heute ist das Gebäude auch als “Galerie RO„ über die Lübbenauer Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Mitte des 19. Jahrhundert wurde das Haus erbaut. Vom damaligen Aussehen gibt es leider keinen Beleg mehr. 1904 wurde das Gebäude aufgestockt. Markant für dieses Haus sind die gelben Klinker im Obergeschoss. Das Erdgeschoss wurde außen verputzt. Im ausgebauten Dachgeschoss befindet sich eine Mansardenwohnung.

Heute ist das Gebäude ein Wohn- und Geschäftshaus. Und historisches Kulturgut im Lübbenauer Sanierungsgebiet in der Altstadt.

Mit den beiden Altgesellen Alfred Lauterbach und Manfred Sommerfeld wurde in der Werkstatt über viele Jahre fleißig getischlert. “Doch im Jahre 2005 war Schluss. Die Maschinen wurden abgestellt„, erzählte Dorit Robarick, die seit 1988 Tischlermeisterin ist. Das Entstehen vieler Baumärkte nach 1990 sorgte für ein wirtschaftliches Umdenken bei der Geschäftsfrau. Dorit Robarick stellte sich mit einer Bilderwerkstatt und Verkaufsgalerie einer neuen Herausforderung im Geschäftsleben und erfüllte sich damit einen Jugendtraum.

Obwohl alle Maschinen in der Werkstatt innerhalb weniger Minuten wieder mit der Holzbearbeitung beginnen könnten, möchte sie jetzt das Museale in den Vordergrund rücken. Das Alte bewahren und das Moderne einbinden, das ist das Credo der gebürtigen Lübbenauerin. “In der Altstadt gibt es mittlerweile die schönsten und modernsten Geschäftshäuser, da ist so ein historisches Wohn- und Werkstattensemble ein schöner Kontrast„, so Bettina Brandt von der Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft in Berlin.

“Ich habe über die Jahre den Werdegang interessiert verfolgt und freue mich über den jetzigen Erfolg„, meinte Heidemarie Belaschk aus Boblitz während des Rundganges. Ottilie Fetzer aus Ottweiler (Saarland) machte viele Erinnerungsfotos von Historie und Moderne. “In die fast 700-jährige Stadt Lübbenau passt dieses Gebäude genau hinein.„