Nach Angaben der AG Zeitgeschichte wurde bereits 1928 in Lübbenau der Plan diskutiert, den Marktplatz umzugestalten. Damit verbunden sollten die Gebäude in der Hauptstraße 40 und 41 abgerissen werden. Erst im Jahr 1962 jedoch wurde dieser Plan auch realisiert. Der Abriss erfolgte mit einfachsten Mitteln. Dachziegel, Mauersteine, Holz und was sonst noch verwertbar schien wurde zum Bau von Garagen und Lauben genutzt. Der Abtransport des verbleibenden Trümmerrestes erfolgte mit schweren dreiachsigen Kipper-LKW des VEB Erdbau Magdeburg, die im BKW Jugend Transportaufgaben übernahmen. Ob es dabei zu einer beabsichtigten – verantwortlich soll angeblich der „Aktivist der ersten Stunde“, Stadtrat Hermann Günter, sein – oder unbeabsichtigten Kollision mit dem Kriegerdenkmal kam, ist bis heute umstritten. Fest steht, dass mit dem Abriss des Kriegerdenkmals sowie dem Gebäudeabriss günstige Möglichkeiten zur Marktplatzgestaltung gegeben waren. Zuvor war das Denkmal nur geringfügig verändert worden. Der Patronengurt wurde dem Krieger „abgenommen“, dafür der Schriftzug „Nie wieder Krieg“ angebracht.

Lübbenauer spenden für das Denkmal

Die Lübbenauer hatten zwei Mal für die Errichtung des Denkmals gespendet, heißt es von der AG Zeitgeschichte weiter. Geweiht wurde es am 26. November 1934, am Totensonntag. Reden, Liedgesänge und Kranzniederlegungen begleiteten den Festakt. Zwei Dienstabteilungen des Reichsarbeitsdienstes paradierten mit geschultertem Spaten im Achtungsschritt am Krieger vorbei. Gestaltet hatte ihn der Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus. Vorn stand die Inschrift: „Wer auf die preußische Fahne schwört, hat nichts mehr, was ihm gehört.“ Auf der Rückseite war zu lesen: „Gebt euren Toten Heimrecht, ihr Lebendigen, das wir unter euch wohnen und weilen dürfen in dunklen und hellen Stunden. Weint uns nicht nach, dass jeder Freund sich scheuen muss, von uns zu plaudern und zu lachen. Gebt uns Heimrecht, wie wir’s im Leben genossen haben.“