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| 15:42 Uhr

Aussichtsturm entsteht
Den Wolken ein Stück näher

 Hoch hinaus geht es für Bauarbeiter der Neusch Bau GmbH aus dem Spremberger Ortsteil Groß Luja. Bei den Maurerarbeiten am Aussichtsturm auf der Kammlage der Calauer Schweiz dürfte es sich um die derzeit höchstgelegene Baustelle der Niederlausitz und des Landes Brandenburg handeln.
Hoch hinaus geht es für Bauarbeiter der Neusch Bau GmbH aus dem Spremberger Ortsteil Groß Luja. Bei den Maurerarbeiten am Aussichtsturm auf der Kammlage der Calauer Schweiz dürfte es sich um die derzeit höchstgelegene Baustelle der Niederlausitz und des Landes Brandenburg handeln. FOTO: Uwe Hegewald
Luckaitztal/Calau. Aussichtsturm in der Calauer Schweiz gewinnt täglich an Höhe. Von Uwe Hegewald

Es sind nur noch wenige Tage, dann können die Bauarbeiter der Neusch Bau GmbH aus dem Spremberger Ortsteil Groß Luja auf die Dächer von Calau, Altdöbern und Dörfern der Gemeinde Luckaitztal blicken. „Einzelne Windräder und den Schornstein des Klinkerwerkes können wir schon sehen“, sagt Ralf Kollowa. Er ist Vorarbeiter der Bautruppe, die Stein für Stein am Wachstum des neuen Wahrzeichens der Calauer Schweiz beiträgt. „Momentan liegen wir bei 16,5 Metern. Insgesamt soll der Turm 43 Meter hoch werden, mit einer Plattform auf 38 Metern“, so der Polier. 80 Stufen klettern die Bauarbeiter täglich zur vermutlich höchsten Baustelle der Lausitz hinauf. So dicht an der Sonne, dass nur eine breit gespannte Plane die Arbeit einigermaßen erträglich macht.

 Rund 200 Steine werden in einer Lage verarbeitet, deren Radius momentan 36,5 Meter beträgt. „Unten waren es noch 49,5 Meter“, teilt Ralf Kollowa mit, der beim Baustellenbesuch der RUNDSCHAU mit dem Ausklinkern eines der elf Fenster beschäftigt war. Klar, dass er und seine Kollegen die Entscheidung für einen massiven und langlebigen Klinkerbau begrüßen.

 Der Aussichtsturm in der Calauer Schweiz nimmt Gestalt an.
Der Aussichtsturm in der Calauer Schweiz nimmt Gestalt an. FOTO: Uwe Hegewald

Der hölzerne Vorgängerbau wurde am 13. Juni 1999 eröffnet, im Winter 2012 aufgrund maroder Stellen gesperrt und nie wieder für Besucher freigegeben. 2014 erfolgten der Rück­bau und das Beseitigen des Fundaments. „Dieser neue Turm sollte mindestens 200 Jahre halten“, versichert Frank Krautschick.

Ein nicht zu überhörender Stolz hallt in seinen Worten mit, ist es doch nur wenigen Bauarbeitern vergönnt, am Bau eines Aussichtsturmes mitwirken zu können. „Irgendwann werde ich mit meinen Enkeln hierher fahren und erzählen, dass ihr Opa am Bau dieses Turmes beteiligt war“, beteuert er.

Selbst für Dominick Pannasch könnte es der erste und einzige Aussichtsturm sein, zu dessen Entstehung er beigetragen hat. „Ich habe in diesem Jahr meine Lehre beendet und bin von der Firma übernommen worden. An so einem Projekt mitzuarbeiten, ist schon was Besonderes“, betont er.

Beim Baustellenbesuch war er als Ein-Mann-Bodenpersonal eingeteilt. Klinkersteine halbieren, Lastenaufzug bedienen und Mörtel anrühren, zählten zu seinen Aufgaben. Nicht irgendein 1:3 Zementmörtel, sondern chromat-armer Trasszement. Wie das Bauarbeiterteam berichtet, verhindere der spezielle Mörtel, dass es am Mauerwerk später zu Kalk­ausblühungen und Fleckenbildung kommt. Bemerkenswert: Der zur Trasszement-Herstellung benötigte Trass wird in einem Tagebau im Bereich des Nördlinger Ries abgebaut, einem Naturraum im Städtedreieck Nürnberg – Stuttgart – München. Entstanden ist dieses Trassvorkommen vor 14,6 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag – so steht es auch auf den 25-kg-Säcken geschrieben.

Katrin Peter, Bau- und Ordnungsamtsleiterin im Amt Altdöbern, zieht ein positives Zwischenfazit. „Wir liegen leicht im Rückstand, aber immer noch im Soll. Es spricht nichts gegen eine Eröffnung des Turmes im kommenden Jahr“, erklärt sie. Den Entscheidungsträgern der Klinkerfarbe attestiert sie eine „gute Wahl“. Das im heimischen Klinkerwerk Buchwäldchen (Gemeinde Luckaitztal) produzierte Klinker-Modell mit dem Namen „Cottbus“ füge sich harmonisch im Kiefernwald ein. Mit parallelen Farben sorgten Klinkersteine und Kiefernstämme für einen gefälligen Ton-in-Ton-Look.