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Vereinsleben
Den Maibaum mehr wertschätzen

Die hohe Kunst des Maibaumaufstellens – in Altdöbern wird sie durch den Heimatverein und die Feuerwehr noch traditionell praktiziert, was immer wieder zahlreiche Zuschauer anlockt. Diese für ein längeres Verweilen zu gewinnen, ist bisher jedoch nur sporadisch gelungen.
Die hohe Kunst des Maibaumaufstellens – in Altdöbern wird sie durch den Heimatverein und die Feuerwehr noch traditionell praktiziert, was immer wieder zahlreiche Zuschauer anlockt. Diese für ein längeres Verweilen zu gewinnen, ist bisher jedoch nur sporadisch gelungen. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Altdöberner Vereinsvorsitzende geben Ausblick auf die Jahresprojekte. Von Uwe Hegewald

Das jüngste Treffen der Vereinsvorsitzenden zeigt, wo in Altdöberns Kulturleben noch nachjustiert werden muss. Dabei lag der Fokus vor allem auf dem Thema Maibaum, aber auch auf weiteren Vorhaben, die diskutiert wurden.

Die Bilder wiederholen sich: Sobald in Altdöbern am Abend des 30. April der Maibaum aufgerichtet ist, zieht sich die Zuschauerschar vom Marktplatz zurück. „Wir bedauern das, sollte das Aufstellen des Maibaumes doch in einen geselligen Abend münden“, so Rolf Wünsche beim Treffen der Altdöberner Vereinsvorsitzenden mit Bürgermeister Peter Winzer (SPD).

Ziel der jährlichen Zusammenkunft ist es, Vorhaben in dem noch jungen Jahr mitzuteilen, Verbesserungswünsche auszusprechen oder Veranstaltungen anzukündigen, um Terminkollisionen  zu vermeiden. Doch genau diese passiert, wenn der SSV Alemannia am Samstag, 29. September zum Oktoberfest auf den Sportplatz bittet und der Altdöberner Frauenchor „Viva la musica“ am selben Tag im Schützenhaus sein 30-jähriges Bestehen feiert.

„Wir gestalten das Jubiläum öffentlich und gemeinsam mit befreundeten Chören, Solisten, Wegbegleitern und Gästen“, teilt Heidemarie Klausch mit. Das Kollidieren mit dem Oktoberfest trägt die Vereinsvorsitzende der Altdöberner Nachtigallen jedoch mit Fassung. „Beide Veranstaltungen sprechen unterschiedliches Publikum an“, sagt sie.

Hilmar Schwarzenau, Vorsitzender des Männergesangsvereins 1874 Altdöbern, verweist auf die generelle demografische Entwicklung in beiden lokalen Klangkörpern. „Es kann passieren, dass mal kein Vertreter der Chöre an dem Treffen teilnimmt, weil es die Chöre irgendwann nur noch auf Papier gibt“, prophezeit er. Dabei besitze der Chorgesang im Ort einen hohen Stellenwert, was die Zuschauerresonanz bei der jährlichen Liedertafel im Herbst bestätigt. In diesem Jahr steht der musikalische Abend im Schützenhaus unter dem Motto „Durch die Jahrhunderte“, informiert Hilmar Schwarzenau. Open Air sind beide Chöre wieder bei den Altdöberner Parksommerträumen zu hören, dem Veranstaltungshöhepunkt im Kulturjahr der Gemeinde.

Programmdirektor Uwe „Horschte“ Lehmann weihte die Vereinsvorsitzenden beim Treffen in „Tinis Bistro“ in das Motto der Parksommerträume 2018 ein: „Ein Juwel in neuer Pracht – 300 Jahre Barockschloss Altdöbern“. Veranstalter ist der Heimatverein, der das jeweils am zweiten Augustwochenende durchgeführte Parkfest mit vielen Unterstützern gestaltet.

Mit seinen monatlichen Veranstaltungen gilt der Heimatverein als einer der rührigsten Zusammenschlüsse in der Gemeinde. Vorsitzender Rolf Wünsche nennt die immer am zweiten Sonntag im Monat durchgeführten Zusammenkünfte in den Heimatstuben, den Maigang mit Salzteichehrenbürgertaufe, die am Sonntag 13. Mai (Muttertag) stattfindet oder das traditionelle Maibaumaufstellen.

Die Betonung liegt auf traditionell, wird das Altdöberner Exemplar doch allein mittels Muskelkraft aufgerichtet. Buchstäblich gestemmt wird die Aktion von der Freiwilligen Feuerwehr, die weder Traktor, Seilwinde oder ähnliche Technik zum Einsatz bringt. Selbst auf das oft praktizierte Aufrichten in stationären Masthalterungen (Fahnenständer) wird verzichtet und jedes Jahr ein neues Loch ausgehoben. „Schade nur, dass die Zuschauer nach getanem Werk immer auseinanderrennen“, bedauert Wünsche. Er spricht sich dafür aus, den anschließenden Abend in lockerer Atmosphäre mit Musik und Unterhaltung fortzusetzen.

„Der Markt würde an diesem Abend schon etwas mehr Belebung vertragen“, appelliert er an die Vereinsvorsitzenden und bittet den Ansatz in ihre Vereine hineinzutragen. Dass sich der naturnaheste, grüne Markt der Region bestens für Festivitäten eignet, zeigt sich jährlich am Vorabend des 1. Advents, wenn dort Hunderte Menschen ins Weihnachtsdorf strömen.