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Den Abgeordneten zu teuer: das Ogrosener Dorfgemeinschaftshaus

Die alte Schule und der ehemalige Kindergarten sollen für den Neubau des Bürgerhauses Ogrosen abgerissen werden.
Die alte Schule und der ehemalige Kindergarten sollen für den Neubau des Bürgerhauses Ogrosen abgerissen werden. FOTO: H. Kuschy
Vetschau-Ogrosen. Die Vetschauer Politik hangelt sich weiter am geplanten Dorfgemeinschaftshaus für Ogrosen hoch. Die Kosten von knapp 400 000 Euro seien zu hoch. Die Verwaltung sieht Einsparpotenzial in Höhe von 38 000 Euro. Die Stadtverordneten sollen am 7. Mai das letzte Wort sprechen. H. Kuschy

Das ist ein Kreuz mit diesem Dorfgemeinschaftshaus. Acht Jahre lang schon laufen die Ogrosener ihrem Wunsch nach einem solchen hinterher, machen sich Gedanken, lassen planen und würden jetzt mehr als 150 000 Euro zum Bau beisteuern, die sie aus ihrer Selbstständigkeit noch auf der hohen Kante haben. Die Entwurfsplanung ist fertig. Erst einmal geht es nur bis hierher und nicht weiter. Denn das ganze Unterfangen von fast 400 000 Euro ist den Abgeordneten trotz des Ogrosener Anteils zu teuer. Bau-Fachbereichsleiter Sven Blümel hat den Mitgliedern des Hauptausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung eine neue Rechnung aufgemacht, die Einsparungen von 38 000 Euro vorsieht. Damit würde sich die Gesamtsumme auf 357 000 Euro verringern.

Der Frage, ob denn die Solaranlage auf dem Dach vonnöten sei, ist Sven Blümel nachgegangen. Diese Anlage, so rechnet er vor, würde 18 700 Euro kosten und würde sich in 28 Jahren amortisiert haben. "Sie kann also guten Gewissens eingespart werden", folgerte er. Allerdings rät er davon ab, auf die Luftwärmepumpe als effiziente Lösung für die Heizung und zur Warmwasserbereitung zu verzichten. Auf Anraten von Winfried Böhmer (Bündnisgrüne) soll der Einsatz einer Elektroheizung dennoch geprüft werden.

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen, sieht der Fachbereichsleiter bei der Umfeldgestaltung. Die Außenanlagen werden mit rund 40 000 Euro veranschlagt. Hier böte sich die nahezu einzige Gelegenheit für die Ogrosener, selbst mit Hand anzulegen. Diese Eigenleistungen könnten nach seinen Überlegungen einen Umfang von rund 20 000 Euro ausmachen. Die Zusage aus dem Ortsteil, zu helfen, liegt vor. Die Betriebskosten von schätzungsweise 160 Euro pro Monat hat der Heimatverein selbst zu tragen. Mit ihm wird die Stadt zu gegebener Zeit einen Mietvertrag abschließen. Rund 16 000 Euro werde die Stadt das Haus im Jahr dennoch kosten, so Sven Blümel.

Der Stadtverordnetenversammlung wird bei ihrer Zusammenkunft am 7. Mai ein komplett neues Papier vorgelegt, anhand dessen die Abgeordneten abwägen können. Beschlossen werden soll, dass die Planung für eine Baugenehmigung bei der zuständigen Behörde eingereicht werden kann. Noch aber gibt es keine Einigkeit, selbst innerhalb der Fraktionen. Das bestätigt Karola Schmidt (Die Linke). CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Malik allerdings drängt: "Wir sollten jetzt keine Zeit mehr verlieren."

Vetschau rechnet mit einer Baugenehmigung in diesem Sommer. 330 000 Euro sind für den Neubau in den Haushalt 2016 eingestellt. Aber der muss noch beschlossen werden.