Von Uwe Hegewald

Dort eine Roteiche, da eine Robinie und an anderer Stelle eine Linde. Verkehrsteilnehmer, die auf Straßen der Gemeinde Altdöbern unterwegs sind, ist das regelmäßige Umholzen von Straßenbäumen längst aufgefallen. Alleen verlieren ihren Charakter, dabei sind sie willkommene Luft-Verbesserer, die bereits an Ort und Stelle wirken.

„Ich stelle einen Prozess des Kahlschlages fest, der sich seit Jahren hinzieht. Hier geht ein Stück Lebensqualität verloren“, bemerkte Udo Meckert auf der zurückliegenden Altdöberner Gemeindevertretersitzung. Besonders auffällig sei das entlang der L53 in Richtung Calau und Großräschen sowie der L532 in Richtung Reddern zu erkennen.

Unisono antworteten Amtsdirektor Frank Neubert und Bürgermeister Peter Winzer, dass dem Fällen von Bäumen umfassende Prüfungen der Baumzustände vorausgingen. „Die Naturschutzbehörden schauen sehr genau hin, bevor die Säge angesetzt wird. Ausschlaggebend sind Vorgaben zur Verkehrssicherung, die letztendlich das Beseitigen eines Baumes notwendig machen“, begründen sie.

Was sicherheitsrelevante Maßnahmen betrifft, zeigt Udo Meckert zweifellos Verständnis. „Wenn alte, marode Bäume wegmüssen, ist das nachvollziehbar. Mich und auch andere Personen ärgert, dass in Sachen Neuanpflanzungen nichts passiert“, so der Pfarrer im Ruhestand. An mehreren Beispielen macht er deutlich, wo das anderenorts funktioniert: Am früheren Verlauf der B169, hinter Drebkau und an mehreren Straßen in der Nachbargemeinde Luckaitztal. „Dort sind zwischen Neudöbern und Rettchensdorf, Muckwar und Buchwäldchen oder Neudöbern und Muckwar Dutzende neue Bäume gepflanzt worden“, hält Udo Meckert den Altdöberner Gemeindevertretern vor Augen.

Auf RUNDSCHAU-Anfrage bestätigt Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, die Ausführungen. „Zwischen 2008 und 2016 sind an Straßen und Radwegen in unserer Gemeinde rund 200 neue Bäume gepflanzt worden. In der Regel im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen, die zum Beispiel durch den Flächenanspruch beim Bau von Windkraftanlagen vorgegeben werden“, so das Gemeindeoberhaupt. Ein Paradebeispiel bildet die Straße vom Abzweig Calauer Straße (Muckwar) in Richtung Buchwäldchen, wo im vergangenen Jahr eine komplett neue Allee angepflanzt wurde.