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Debatte um Kreisel am Roten Platz

Lübbenau. Jedes Ding hat seine zwei Seiten – so auch die Betrachtung der Idee, am Roten Platz in Lübbenau einen Kreisverkehr zu bauen: Befürworter wollen den Verkehr an der Kreuzung flüssiger gestalten, Gegner warnen vor weniger Sicherheit für ältere Anwohner. Jan Gloßmann

In einem dürften sich alle einig sein, und der Vorstand der Gemeinschaftlichen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) hat es in dem Satz zusammengefasst: "Die derzeitige Verkehrsituation der Ampelkreuzung ist für den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Neustadt völlig unbefriedigend." So weit, so schlecht.

Die GWG plädiert daher für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Straße des Friedens/Robert-Koch-Straße/Straße der Jugend. Die Kreuzung sei heute ein Unfallschwerpunkt, vor allem Spuren für Linksabbieger fehlen. Lkw und Busse müssten abbiegen, geradeaus werde gern gerast, an der Ampel entstünden zudem Schadstoffe und Lärm durch Bremsen und Anfahren, auch die Ampel sei nicht ohne Gefahren. Daher sei ein Kreisverkehr eine "optimale, zukunftsfähige Lösung". Die GWG hält es für eine Fehltentscheidung, an der Kreuzung Otto-Grotewohl-Straße/Beethovenstraße keinen Kreisverkehr gebaut zu haben.

Das hatte eine Stadtverordneten-Mehrheit verhindert. Die Abgeordneten werden sich Ende April im Bauausschuss mit den neuen Plänen beschäftigen. Eine genau gegensätzliche Stellungnahme kommt dazu von der Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS). Sie ist Vermieter der meisten umliegenden Gebäude, darunter des Spreewaldhauses. Ein Kreisverkehr, so heißt es in einem Schreiben von Geschäftsführer Michael Jakobs ans Rathaus, sei eine "maßgebliche Verschlechterung für die Fußgänger". Das gelte für die meist älteren Mieter des Spreewaldhauses ebenso wie für die Gymnasiasten, von denen sich viele am Roten Platz versorgen. Jakobs warnt zudem davor, dass ein Kreisel näher als die Fahrbahnen und Ampeln heute an die Gebäude heranrücken würde. Insgesamt mindere das die Lebensqualität der Anwohner. Zudem werde der Zugang zu den Geschäften am Roten Platz erschwert.

Der Bau eines Kreisverkehres am Roten Platz würde etwa 500 000 Euro kosten. Die Stadt braucht im Frühjahr Klarheit darüber, da die Planung für die Sanierung der Robert-Koch-Straße ansteht.

Zum Thema:
Für den schon lange geplanten Bau eines Kreisverkehres auf der Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße/Berliner Straße in Lübbenau wächst ein zartes Pflänzchen Hoffnung. Intern sind die Planungen und Abstimmungen zwischen dem Landesbetrieb für Straßenwesen und der Stadt Lübbenau weit vorangeschritten. Offenbar, so heißt es intern, bestehe Aussicht, dass neben dem städtischen Anteil von gut 500 000 Euro auch der Anteil des Landes (800 000 Euro) zur Verfügung stehen könnte.