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| 01:08 Uhr

David hatte Sitzfleisch auf dem Bullen

Jede Sekunde zählt: Doch selbst wer den Ritt nicht sitzend übersteht – der Fall ist ein weicher.
Jede Sekunde zählt: Doch selbst wer den Ritt nicht sitzend übersteht – der Fall ist ein weicher. FOTO: Foto: Jürgen Kaffka
Cottbus/Lübbenau.. Entsprechend dem Wild-West-Motto war auf dem Kinderfestival in Cottbus so richtig was für waschechte Cowboys und Rothäute los. Foto: Jürgen Kaffka

Egal, ob man auf dem Rücken eines echten Pferdes gemächlich eine Runde über den Parkplatz am Sportzentrum zuckeln wollte oder sich todesmutig auf den künstlichen Rodeostier schwang, immer musste man damit rechnen, von einem Regenschauer durchnässt aus dem Sattel zu steigen bzw. zu fallen.
Diese Probleme hatte die neunjährige Lisa nicht. Sie kletterte unter dem schützenden Dach der Laufhalle eine senkrecht stehende, sechs Meter hohe Wand empor. Aufgestellt wurde sie von der Cottbuser Felsbaufirma „built a rock“ . Dass Lisas Oma, Elisabeth Merding, sich vor Sorge um ihre Enkelin nicht die Fingernägel abnagte, lag daran, dass die Kleine von starken Männerhänden gehalten sicher in den Seilen hing. Nach dem geglückten „Gipfelsturm“ fiel Lisa doch, nämlich ihrer Oma freudestrahlend in die Arme. Das nächste Mal wolle sie sich aber ordentliches Schuhwerk anziehen, sagte sie mit Blick auf ihre roten Ledersandalen.
Etwas weniger adrenalinfördernd ging es vor der Halle zu. Die zwei Pferde Solo und Bronko aus dem Reiterhof Kutzeburger Mühle in Gallinchen drehten seelenruhig mit den Kindern ihre Runden. Da die Vierbeiner von Laura Ulbricht und Claudia Stelzer geführt wurden, war auch hier Sicherheit für die Jüngsten gegeben. Dem vierjährigen Eric gefiel das Reiten ganz besonders. „Gestern bin ich schon mal geritten“ , erzählte er stolz. Vielleicht wurde hier eine Reitleidenschaft geweckt.
Diese Leidenschaft besteht bei Lena schon seit einer Weile. „Ich habe schon einen einwöchigen Reitkurs gemacht. Am liebsten würde ich jeden Tag reiten“ , erklärte die Achtjährige. Ihre Freundin Larissa wünscht sich auch ein Pferd: „Papa hat aber gesagt, erst will er einen Traktor, dann kriege ich mein Pferd.“
Wem der Sinn nach Aufregenderem stand, konnte sich beim „Bull-Riding“ versuchen. Mehrere Schwierigkeitsstufen machten es den Nachwuchs-Cowboys nicht leicht, im Sattel sitzen zu bleiben. Doch auch Cowgirls wollten sich einmal auf dem Stier versuchen. So auch Katja. Die Zwölfjährige schaffte es ganze zwölf Sekunden bei Stufe drei im Sattel zu bleiben. „Es ist ganz schön schwer, das Gleichgewicht zu halten. Außerdem tun mir jetzt die Beine weh. Ich habe morgen bestimmt Muskelkater“ , sagte sie. Das längste Sitzfleisch auf dem Bullen bewies David Bretsch aus Lübbenau. Er hielt sich immerhin 43 Sekunden in der 3. Stufe im Sattel. Seine Sattelsicherheit kann er mit dem gewonnenen Reitgutschein noch festigen. Auf den weiteren Plätzen folgten Paul Heinrich aus Cottbus (22 Sekunden) und Claudia Clausnitzer aus Kolkwitz mit 21 Sekunden. (mm/dst)