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Das Rudel für immer aus der Hand gelegt

Albert Lubkoll (1926 bis 2014).
Albert Lubkoll (1926 bis 2014). FOTO: bdx1
Lübbenau. Der Lübbenauer Kahnbauer Albert Lubkoll (1926 bis 2014) gilt als Pionier der heute fahrenden Spreewaldkähne aus Aluminiumblech. Über 60 Jahre lang widmete sich der gelernte Tischlermeister dem Kahn- und Bootsbau im Spreewald. Bernd Marx / bdx1

Die Zeitgeschichte in der fast 700-jährigen Spreewaldstadt hat viele bedeutende Frauen und Männer erlebt, die durch ihre gewissenhafte Tätigkeit der gesamten Region ein markantes Antlitz verliehen haben. Kahnbauer Albert Lubkoll aus der Lübbenauer Gerbergasse gehört zu ihnen. Über viele Jahrzehnte prägte der am 14. Dezember 1926 geborene Lübbenauer mit dem Bau von Kähnen, Booten und allerlei Tischlerwaren das wirtschaftliche, kulturelle und touristische Aussehen der Stadt.

Das Einmaleins des Kahnbaus erlernte er von seinem Vater Richard Lubkoll (1898 bis 1980). Albert Lubkoll sammelte durch seine geschickte Arbeit sehr schnell Anerkennung und Bewunderung.

Unvergesslich war der Bau des zweiten Schulkahnes aus Stahlblech für die Ortschaft Leipe im Jahre 1968. Über viele Jahrzehnte war der auffällige Kahn mit seinen Aufbauten für die Station junger Naturforscher und Techniker bei der Feriengestaltung im Einsatz.

Albert Lubkoll leistete seit 1972 unschätzbare Pionierarbeit bei der Entwicklung und der Gestaltung der heute nicht mehr wegzudenkenden Kähne aus Aluminiumblech im Spreewald. Wer heute einen dieser metallenen Kähne durch das weitverzweigte Labyrinth des Spreewaldes steuert, hält das Erbe von Albert Lubkoll wach.

Am 15. März 2014 legte der begeisterte Hobbyfotograf, Tierfreund und Technik-Tüftler im Alter von 87 Jahren sein geliebtes Rudel für immer beiseite.