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Das Naturerlebnis Spreewald lockt

Die Keiljungfer ist an der Elster und im Spreewald heimisch.
Die Keiljungfer ist an der Elster und im Spreewald heimisch. FOTO: pixabay.com
Lübbenau. Libellen sind im Spreewald jetzt besonders aktiv. Die zarten Geschöpfe lassen sich gern auf den Bootsrändern, nackten Knien, Köpfen und Händen nieder. Kathleen Weser

Mit dem Flugzeitenkalender des Biosphärenreservates Spreewald, der im Internet unter www.spreewald-biosphaerenreservat.de abrufbar ist, können auch Laien diese Bewohner der Fließlandschaft leicht ergründen.

Das versichert Dr. Jens-Uwe Schade, der Sprecher des Brandenburger Umweltministeriums. "Ablesbar ist beispielsweise, dass in diesen Tagen die diesjährige Flugzeit der Gemeinen Keiljungfer zu Ende geht", erzählt er. Vielerorts in Deutschland sei die zur Libelle des Jahres 2017 gekürte Art durch den Verlust ökologisch wertvoller Fließgewässer selten geworden. "Im Biosphärenreservat Spreewald indes ist sie noch häufig anzutreffen", sagt er.

Die Gemeine Keiljungfer liebt kleine natürliche und vor allem saubere Fließgewässer. Gleichförmige, stark strömende Gewässer - die Experten nennen das den Klospüleffekt - meidet das Tier konsequent. Denn der macht den Flussgrund hart. Die Larven der Keiljungfer aber graben sich in den weichen Sand des Flussbettes ein und lauern hier auf Beute. Die meisten Vorkommen dieser Libelle sind neben dem Spreewald an der Schwarzen Elster nachgewiesen, bestätigt der Insektenkundler Thomas Wiesner aus Lauchhammer. Nach dem Bau und der Inbetriebnahme der Kläranlagen sei der Heimatfluss wieder deutlich sauberer geworden. Auch an die Binnengräben in der Elster-Niederung ist die Gemeine Keiljungfer dann zurückgekehrt. Das Tier entfernt sich nicht weit von seinem Hausgewässer.

Auch im Lausitzer Seenland findet die Libelle an teilweise bewegten Ufern einen günstigen Lebensraum, bestätigt Ingmar Landeck vom Institut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde. Nördlich der Elsterniederung ist sie übrigens gar nicht zu finden. Erst im Spreewald taucht die Gemeine Keiljungfer dann nachweislich wieder auf, erläutert der Biologe weiter.

52 der 68 Brandenburger Libellen sind an den Fließen und auch stillen Gewässern im Spreewald nachgewiesen, informiert Uwe Schade weiter. Und sie sind vom Frühjahr bis in den Herbst hinein gut zu beobachten. Allerdings zu unterschiedlichen Zeiten, denn die Flugzeit einer Libelle, die deren Lebenszeit vom Schlupf bis zum Absterben umfasst, variiere von Art zu Art. "Das erklärt auch, dass einige Libellen schon jetzt mitten im Sommer so ramponiert, oder wie die Fachleute sagen, abgeflogen sind, während andere noch ganz frisch aussehen. Zu letzteren zählen derzeit die überwiegend rot gefärbten Heidelibellen", so Schade.