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| 17:06 Uhr

Lindenfest
Das Lübbenauer Lindenfest ist erwachsen geworden

Zweiräder standen im Mittelpunkt des Lindenfestes in Lübbenau.
Zweiräder standen im Mittelpunkt des Lindenfestes in Lübbenau. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. 18. Lindenfest in der Neustadt im Zeichen von Zweirädern und Tanz. Von Uwe Hegewald

Ob es Kalkül war oder reiner Zufall, spielt eine untergeordnete Rolle. Fakt ist: Allseits beliebte Zweiräder standen im Fokus der 18. Auflage des Lübbenauer Lindenfestes. Auch wenn es beim traditionellen Lindenradeln nicht wirklich um das rollende Vorankommen ging.

Nick Fiedler aus Calau zählte zu den ersten Radlern, die sich auf einen der Hometrainer schwangen, um sprichwörtlich Kilometer zu schruppen. Doch was macht ein Calauer am frühen Samstagnachmittag in Lübbenau? „Ich habe heute Geburtstag“, erzählt der nun Neunjährige und von der Idee, den Tag mit einem Besuch des Lindenfestes aufzuwerten. Mit Mutti Sylvia und Freundin Kim ging es in die Spreewaldstadt, um einen schönen Nachmittag zu verbringen. Aber auch, um am Lindenradeln teilzunehmen.

„An der Ausrichtung hat sich gegenüber den Vorjahren nichts geändert“, erklärt Axel Kopsch, Leiter der Spreewelten GmbH: „Das Fitnessstudio Atlanta stellt uns das Equipment (Hometrainer) zur Verfügung, und die Spreewelten honorieren jeden geradelten Kilometer mit drei Euro.“ Das erradelte Geld wird der Kultur- und Sportstiftung Lübbenau zur Verfügung gestellt, um mit diesem kommunale Vereine, Veranstaltungen oder Projekte zu unterstützen. Mit Bobbycars konnten sich Knirpse am „Strampeln für den guten Zweck“ beteiligen. Knirpse, deren Eltern beim 1. Lübbenauer Lindenfest mitunter selbst noch in Kinderschuhen steckten.

Das imposanteste Fest in der Neustadt ist volljährig geworden. Mit der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH, der Gemeinschaftlichen Wohnungsbaugenossenschaft Lübbenau und der Stadt als zuverlässige Paten und Partner an seiner Seite. „Und unter dem Dach der Lübbenaubrücke“, fügt Queenie Nopper hinzu. Einer der Tages-Jobs ihrer Organisation: das Werben für die Lübbenauer Kampagne „Rad statt Auto“, im Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“. „Dass es an Wochenenden am Parkplatz an der Poststraße bis Ende September einen Forschungs-Fahrrad-Verleih gibt, wissen noch nicht alle Lübbenauer. Unser Lindenfest soll dazu beitragen, die Aktion und das Angebot zu kostenlosen Testfahrten bekannter zu machen“, begründet Queenie Nopper das Auf- und Ausstellen ausgefallener, pedalbetriebener Fahrräder. Mit einer kompletten Drahtesel-Flotte ist Sven Schulz nach Lübbenau gereist, um dem Zufalls-Zweiradtreffen noch mehr Gewicht zu verleihen. Am Stand des bekennenden Zweirad-Sammlers aus Schlabendorf (Stadt Luckau) konnten Besucher in die frühe Geschichte des Fahrrades eintauchen. Neben ersten Rennrädern mit Stahlrahmen, einem seinerzeit innovativen Hochrad hatte der Sammler und Tüftler u. a. auch den Nachbau eines Laufrades aus dem Jahr 1817 mit in die Spreewaldstadt gebracht. Karl Freiherr von Drais (1785-1851) hatte mit seiner Erfindung die Tür zur Fahrrad-Epoche aufgestoßen, die bis heute offen ist.

Auch wenn es inzwischen Räder gibt, die allein dem Stillen des Bewegungshungers dienen, wie beim Lindenradeln. Dort legten die sportlichen Besucher des 18. Lindenfestes nennenswerte 417 Kilometer zurück. Mit Hinzuziehen der Bobbycar-Runden sah sich die Spreewelten GmbH verpflichtet, den Betrag für die Kultur- und Sportstiftung Lübbenau schließlich auf 1500 Euro aufzurunden – als Wertschätzung gegenüber den Mitwirkenden und um Lübbenau am Rollen zu halten.

Elf Freundinnen sollt ihr sein: Wie sich die elf Damen der AWO-Tanzgruppe ihren jugendlichen Schwung und Charme behalten haben, zeigten die Mädels anhand von drei Tänzen auf der großen Showbühne.
Elf Freundinnen sollt ihr sein: Wie sich die elf Damen der AWO-Tanzgruppe ihren jugendlichen Schwung und Charme behalten haben, zeigten die Mädels anhand von drei Tänzen auf der großen Showbühne. FOTO: Uwe Hegewald