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"Das hier ist kein Selbstläufer”

Ein aufgeräumter Bürgermeister braucht einen ebenso aufgeräumten Schreibtisch. Deshalb schafft Bengt Kanzler jetzt Ordnung.
Ein aufgeräumter Bürgermeister braucht einen ebenso aufgeräumten Schreibtisch. Deshalb schafft Bengt Kanzler jetzt Ordnung. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Dieses Mal sei doch alles anders als Ende November 2009, sagt Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). Der damals wie heute von der CDU Nominierte wisse jetzt genau, was im Falle einer Wiederwahl auf ihn zukomme. Hannelore Kuschy

"Ich habe heute ganz andere Einblicke. Damals ahnte ich nicht, wie viele Beteiligte es um einen Bürgermeister herum gibt, wie lange man arbeiten muss bis eine Entscheidung fallen kann", sagt der 51-Jährige. Zudem habe er erfahren, dass auch er als "aufgeräumter" studierter Jurist ständig den Überblick über tausend Dinge haben müsse.

Bei der Wahl am 29. November 2009 kam Bengt Kanzler im ersten Wahlgang auf 53,8 Prozent der Wählerstimmen. "Diesmal bin ich doch etwas nervös", gesteht er. Das habe schon angefangen, als die ersten Wahlplakate eines Herausforderers zu sehen waren.

Bürgermeister zu sein und wieder zu werden, sei kein Selbstläufer, sagt der Amtsinhaber. Was er künftig anders machen würde? "Vor Entscheidungen frühzeitig beziehungsweise zum geeigneten Zeitpunkt mit den betroffenen Bürgern, mit den Fraktionen und Mitarbeitern reden", versichert er, ohne lange zu überlegen.

Viele Termine, die er als Stadtoberhaupt wahrnehmen müsse, würden ein Großteil der Freizeit nehmen, stellt er fest. Die nutze er mit seiner Familie. Vor allem im Herbst und Winter bitte er seine Frau wöchentlich einmal zum Tanze. "Blut geleckt haben wir vor sechs Jahren beim Abschlussball unserer Tochter. Zuvor hatten wir einen Crash-Tanzkurs belegt", erzählt der Liebhaber lateinamerikanischer Tänze. In der Ü-50-Abteilung des Kegelsportvereins sieht man ihn auch hin und wieder, es sei denn, er ist auf Fotopirsch oder macht sich im Garten nützlich.