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| 17:34 Uhr

Hanna Netzker siegt beim Kutschenwettbewerb
Da war es nur noch Laasow

Scharfe Kurve: Hanna Netzker ging in Laasow mit einem zweiten Gespann an den Start, konnte mit diesem jedoch nicht aufs Treppchen fahren. Um das Publikum ins Staunen zu versetzen, genügte ihre Hatz mit Sozius Diana Kullnick aber allemal.
Scharfe Kurve: Hanna Netzker ging in Laasow mit einem zweiten Gespann an den Start, konnte mit diesem jedoch nicht aufs Treppchen fahren. Um das Publikum ins Staunen zu versetzen, genügte ihre Hatz mit Sozius Diana Kullnick aber allemal. FOTO: Uwe Hegewald
Laasow. Reiter, Kutscher und Publikum trotzen der Hitze beim Stollenreiten. Das erste Rennen der Saison wird aber auch das einzige bleiben. Von Uwe Hegewald

Von einem der begehrten Schattenplätze verfolgte Klaus-Dieter Jungnickel am Sonntagnachmittag das Geschehen auf dem Reiterplatz von Laasow (Stadt Vetschau). „Unsere Enkeltochter Amelie wollte sich mal ein Stollenreiten ansehen und ist extra mit ihrer Mutter Sandra aus Berlin-Reinickendorf angereist“, erzählt er. Etwas Wehmut klingt in seinen Worten mit: „Vor ein paar Jahren gab es bei uns in Dörrwalde bei Großräschen auch noch die traditionellen Rennen. Schade, dass sich immer mehr Veranstalter zurückziehen“, beklagt Jungnickel.

Bedauerlich:  Laasow veranstaltete nicht nur das erste Niederlausitzer Stollenreiten der Saison, sondern auch das einzige. Im Jahr 2017 gab es noch in Calau einen zweiten Lauf, der dieses Jahr jedoch ausfällt. „Es muss kein Abschied für immer sein“, erklärt Landwirt Helmut Richter aber auf RUNDSCHAU-Anfrage und signalisiert zumindest Gesprächsbereitschaft.

Auch in Laasow stand das Rennen auf der Kippe. EU-Regeln ließen es nicht zu, den 26. Wettbewerb auf der angestammten Galopprennbahn mit Blick auf dem Gräbendorfer See auszutragen. Letztendlich stellte Conrad Weiner eine entsprechende Fläche zu Verfügung, auf der 26 Reiter/Pferdepaare und sieben Kutschen ihre Kräfte messen konnten. Die größten Teilnehmerfelder stellten die Ponys 125 cm mit neun und die Kaltblüter mit sechs Startern.

Beim Kutschenwettbewerb gab es einen hauchdünnen Sieg für Hanna Netzker (Calau), die für den Reiterhof Repten an den Start ging. Mit „Lara“ und „Nemo“ vor den Leinen lag die 18-Jährige um eine Sekunde vor Klemens Hendrischk aus Dollenchen in Elbe-Elster. Hanna Netzker nutzte den Schwung, den sie sich vor einer Woche von den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ostenfelde (Nordrhein-Westfalen) mitgebracht hatte. Dort belegte sie nämlich in der Klasse M beim Kegelfahren von 30 Startern einen beachtlichen 6. Platz und in der kombinierten Wertung mit drei Disziplinen kam Hanna Netzker auf Rang 15 ins Ziel.

Am kommenden Sonntag, dem 5. August, macht sich die Reptener Reitergilde dann auf den Weg nach Neu Zauche, wo ein ursprüngliches Stollenreiten ausgetragen wird, bei dem die Reiter ohne Sattel über das Stoppelfeld düsen. Kutschenwettbewerbe finden am Sonntag auch in Dörrwalde und am 12. August in Wormlage (beide Stadt Großräschen) statt.