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| 12:36 Uhr

Da hilft kein Blattgold

Siegfried Janzen aus Groß Lübbenau schreibt zur Skulptur auf dem Lübbenauer Topfmarkt:


Diese Witzfigur auf dem Topfmarkt ist gewiss ein Bastler-Ergebnis eines Spaßvogels. Ein Kunstwerk kann ich darin nicht erkennen. Es beleidigt geradezu mein (vermutlich unterentwickeltes) Kunstverständnis, ich habe ja auch nicht Bildkleckserei und Schrottgestaltung studiert. Wer lehrt denn so etwas„
„Flügelmutter“ oder „Schwangere Libelle“ sind treffendere Bezeichnungen für dieses Gebilde, wenn man damit die Gestalt meint. Interessant ist, dass es sich hier um einen „Engel“ handeln soll. Gewiss hat doch niemand einen solchen in Wirklichkeit gesehen, aber die vielfachen Engel-Darstellungen in der biblischen Literatur werden ganz sicherlich korrigiert werden, wenn weltweit der Lübbenauer Vertreter dieser himmlischen Heerscharen bekannt wird. Das dürfte auch Lübbenaus Ansehen (ebenfalls weltweit) heben. Schilder Gepflogenheiten sind also noch gegenwärtig, wenn Schrott vergoldet wird, namhafte Leute auch noch zum Spenden dafür aufrufen und diesen „Spaßvogel“ loben.
Die Firma Emis, die das Schrottgebilde erwarb und dem Spreewald-Museum überließ, wird wie einige jubelnde Befürworter auch, in die Chronik der Stadt Lübbenau eingehen. Ein „Brückenschlag“ soll das sein, um Alt- und Neustadt näher zu verbinden“ Ja, Schrott (vermutlich vom ehemaligen Kraftwerk, bzw. vom Schrottplatz, also Neustadt) steht jetzt (noch) in der Altstadt.
Fragen drängen sich auf:
Gibt es keinen wirklichen Künstler, der einen ästhetischen, sinnvollen Blickpunkt für unsere Stadt zu schaffen, in der Lage ist„
Ist es wirklich der Wunsch der übergroßen Mehrheit der Stadtbevölkerung diesen Schrott stehen zu lassen“
Ist vor dem Aufstellen die Bevölkerung gefragt worden, oder wurde das „am grünen Tisch“ entschieden„ Ich würde mich über eine rege Diskussion in der Zeitung sehr freuen, man muss nicht meiner Meinung sein. Die Denkweisen, die zu solchem „Kulturschaffen“ führen und es auch noch verherrlichen, verwundern mich nicht mehr, seit ich das niederschmetternde Ergebnis der letzten Pisa-Studie kenne. Sind wir in Deutschland wirklich soweit unten“ Ich hoffe nicht! An meinem Unverständnis ist vermutlich mein zu niedriger I-Quotient Schuld.