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| 15:35 Uhr

Veranstaltungs-Tipp
Kreuzende Degen an Park-Wegen

Im Beisein von Drehbuchautor Hans Anacker (2.v.r.)  und Regisseur Uwe Lehmann (r.) sind im Altdöberner Park Szenen zum Theaterstück „1718 – Ein General baut sich ein Schloss“ geprobt worden. Aufgeführt wird das Stück im Rahmen der Altdöberner Parksommerträume, am Samstag, 11. August.
Im Beisein von Drehbuchautor Hans Anacker (2.v.r.) und Regisseur Uwe Lehmann (r.) sind im Altdöberner Park Szenen zum Theaterstück „1718 – Ein General baut sich ein Schloss“ geprobt worden. Aufgeführt wird das Stück im Rahmen der Altdöberner Parksommerträume, am Samstag, 11. August. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern/Cottbus. Cottbuser Theaterensemble probt für die Altdöberner Parksommerträume. Von Uwe Hegewald

Verwundert rieben sich Besucher des Altdöberner Schlossparks kürzlich die Augen. Was sind das für Leute, die sich auf der Wiese zwischen Barockschloss und Salzteich die Klingen kreuzen? Und warum haben die so komische Kostüme an? Wer sich näher heranwagte, bekam eine Antwort. „Wir proben für das Theaterstück der Altdöberner Parksommerträume, am Samstagabend“, informiert Uwe „Horschte“ Lehmann. Er ist nicht nur aktiver Mitgestalter des Festwochenendes am 11./12. August, sondern auch Ideengeber der Open-Air-Aufführung unter dem Titel „1718 – Ein General baut sich ein Schloss“.

Lehmann unterbreitete den Vorschlag zu einer „Eigenproduktion“, in der die (mutmaßliche) Entstehungsgeschichte des Barockschlosses und -gartens nacherzählt wird. „Ein Juwel in neuer Pracht – 300 Jahre Barockschloss Altdöbern“ lautet das diesjährige Motto. Das Rittergut war seinerzeit im Besitz des Generals Dietrich von Eickstedt (1654-1727), der sein Anwesen ab 1717 zu einem standesgemäßem Barockschloss und Lustgarten umgestalten ließ.

300 Jahre später kehrt Eickstedt virtuell zurück, um den Nachkommen zu erzählen, was er in Altdöbern doch alles bewegt habe. Thomas Mietk schlüpft in die Rolle des hochrangigen Offiziers, der es bis zum Generalleutnant gebracht hat. Klar, dass er seinen Sohn Alexander die Fechtkunst lehrt, auch wenn das der Frau Gemahlin gar nicht gefällt. An der Seite von Thomas Mietk werden auch Maik Schuppan, Phillip Hertrampf und Johanna Schuppan im Stück zu erleben sein, für das Hans Anacker das Drehbuch geschrieben hat. Anacker? Richtig, der beim Staatstheater Cottbus unter Vertrag stehend Künstler wusste sich bereits in der Rolle des Altdöberner Standesherren Carl Heinrich von Heineken in Szene zu setzen. Und das unter den zu buchenden „Barocken Verführungen“ durch den Park im wahrsten Sinne des Wortes. „Durch das Festvorbereitungskomitee wurde Herr Anacker beauftragt, das Szenarium zu schreiben, den konkreten Sprechtext zu formulieren und dieses mit den Darstellern einzustudieren“, informiert Uwe Lehmann. Der kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Wundervolle, witzige und abwechslungsreiche Dialoge, großes schauspielerisches Können – das werden unterhaltsame Momente auf der Rückseite des Schlosses“, kündigt der Regisseur an.

Dort hatten 2016 die Theaterloge Luckau (Der Meisterdieb) und 2017 die Niederlausitzer Singakademie (Carmina Burana) für Beifallsorkane gesorgt. Auch wenn es sich aufgrund der Publikumsresonanz schwierig gestaltete, allen Zuschauern vollkommenes Vergnügen zu garantieren. „Schon damals stand die Idee, in die Fläche zu gehen und inmitten der Zuschauer zu spielen. Außerdem wollten wir auch mal etwas für die Zuschauer in den hinteren Reihen tun, die dieses Mal im letzten Drittel die besten Plätze haben“, kündigt Uwe „Horschte“ Lehmann an. Er mahnt, die um 21.30 Uhr beginnende Aufführung nicht allein auf das Schauspielensemble zu reduzieren: „Neben den Komöten sind noch Andreas ,Hummlerus‘ Hummel als Feuerspucker und die Barockgruppe ,Baroque de Saxe‘ aus Radebeul mit zehn Erwachsenen und zwei Kindern beteiligt, die uns am gesamten Wochenende begleiten.“

Das Sinfonische Orchester Hoyerswerda, das ursprünglich mit drei bis vier Musikern geplant war, werde nun mit 20 Mitwirkenden anreisen. Requisiten werden u.a. von der Neuen Bühne Senftenberg zur Verfügung gestellt. Die Lichteffekte im letzten Teil des Stücks sind von mehreren Diskjockeys zusammengestellt. Das Feuerwerk liefert wie immer Bernd Rucho aus Meuro. „Also alles in allem eine richtige Lausitzer Gemeinschaftsproduktion mit sächsischen Gästen“, so Lehmann.