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Cottbus ändert sein Gesicht

Investor Andreas Haas (r.) erklärt den Cottbuser Unternehmern den Baufortschritt.Blick auf die Baustelle Blechen-Carré vom Spremberger Turm aus. Ende des Jahres soll die Außenhülle stehen.
Investor Andreas Haas (r.) erklärt den Cottbuser Unternehmern den Baufortschritt.Blick auf die Baustelle Blechen-Carré vom Spremberger Turm aus. Ende des Jahres soll die Außenhülle stehen. FOTO: Sven HeringFoto: Michael Helbig
55 Millionen Euro Investitionen, 210 000 Kubikmeter umbauter Raum, 50 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche – Bauleiter Andreas Haas vom Investor Gepro Bau hat gestern Cottbuser Unternehmern die Eckdaten für die Großbaustelle Blechen-Carré vorgestellt. „Wir bauen hier in völlig neuen Dimensionen“ , fasste Haas das Mammut-Projekt zusammen. Von Sven Hering


 „Wir müssen
unsere Firmen
ins Gespräch
bringen.“
 Wolfgang Wörner,
Innungsobermeister Cottbus


„Cottbus ändert sein Gesicht“ - so hatte der Unternehmerverband Brandenburg die von ihm organisierte Führung überschrieben. Was darunter zu verstehen war, wurde den rund 30 Geschäftsleuten beim Gang über die Baustelle sehr schnell deutlich. Fünf Fußballfelder übereinander - so groß sei der Gesamtkomplex, erklärte Haas. Die 120 Bauarbeiter, die derzeit den Rohbau hochziehen, hätten bereits 2500 Tonnen Stahl sowie 16 000 Kubikmeter Beton verbaut. „Die Logistik ist mit anderen Objekten wie zum Beispiel Supermärkten oder Eigenheimbaustellen nicht zu vergleichen“ , betonte Haas. Das führe gleichzeitig dazu, dass nur Unternehmen „mit der entsprechenden personellen Ausstattung“ bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden könnten.

Werbetrommel gerührt
Wolfgang Wörner, Innungsobermeister der Maler- und Lackiererinnung, hatte zuvor die Gelegenheit genutzt, um die Werbetrommel für Cottbuser Unternehmen zu rühren. „Das sind schließlich auch die Kunden, die hier einmal einkaufen sollen“ , betonte er und wünschte sich „ein gegenseitiges Geben und Nehmen“ .
Michael Scheuermann, Projektleiter der Baufirma Hochtief, unterbreitete ein Gesprächsangebot und regte an, eine Arge zu bilden, an der sich mehrere Cottbuser Maler-Unternehmen beteiligen könnten. Allerdings warnte er vor übertriebenen Erwartungen. „Ähnliches haben wir auch schon für das Los Trockenbau versucht, doch hier hat sich keiner gefunden, der sich den Hut aufsetzen wollte.“ Für ihn sei dies unverständlich, „schließlich reden wir hier von einer siebenstelligen Summe als Auftragsvolumen“ , so Scheuermann. Um alleine ein Stück vom Kuchen zu erhalten, seien die Firmen allerdings zu klein. „Das Los, das demnächst ausgeschrieben wird, entspricht wahrscheinlich dem Jahresumsatz aller Cottbuser Malerbetriebe zusammen“ , so Scheuermann. Wolfgang Wörner konnte dem Meinungsaustausch dennoch etwas Positives abgewinnen. „Wir haben uns ins Gespräch gebracht und vielleicht fällt ja trotzdem etwas ab“ , denkt der Innungschef vor allen Dingen an die künftigen Ladenbesitzer, die für die Gestaltung ihrer Filialen selbst verantwortlich seien.
Lob hatte Torsten Arnold, Cottbuser Siemens-Geschäftsstellenleiter, für das Blechen-Carré parat. „Es ist schon beeindruckend, was hier hochgezogen wird“ , sagte Arnold. „Es ist nur schade, dass auch in Cottbus zunächst der Fehler gemacht worden ist, alles auf die grüne Wiese zu verlagern und die Kaufkraft damit aus der Innenstadt abzuziehen“ , ergänzte er. Für das neue Einkaufscenter wünsche er sich qualitativ hochwertige Angebote. „Und es wäre schön, wenn es an diesem Standort vielleicht doch noch mit einem Kino klappen würde“ , ergänzte Arnold.
Das Kino in unmittelbarer Nachbarschaft wäre auch für Cottbusverkehr-Geschäftsführer Ulrich Thomsch ein Wunschobjekt gewesen. „Doch leider sieht es ja dafür nicht mehr so gut aus“ , erklärte Thomsch.

Parkplätze für Gäste
Allerdings freut Thomsch sich auch ohne Lichtspieltheater auf „die Belebung der Innenstadt“ . Vor allen Dingen auch mit Blick auf sein eigenes Unternehmen. „Wir bieten direkte Anbindungen zum neuen Einkaufscenter und hoffen, dass wir von der Attraktivität profitieren“ , ergänzte Thomsch. Den Cottbusern gab der Chef des Verkehrsunternehmens auch noch einen Ratschlag mit auf den Weg. „Die Parkplätze im neuen Parkhaus sollten wir den Gästen überlassen - die Cottbuser können doch mit Bus oder Bahn völlig entspannt zum Einkaufen in die City fahren.“