Unsicherheit und Sorgen um die wirtschaftliche Existenz – die gibt es, seit zur Eindämmung des Coronavirus das öffentliche Leben weithin stillsteht, vielerorts. So auch für den Verein, der hinter dem Pferde- und Ponyhof im Vetschauer Ortsteil Repten steht.

Denn auch wenn dessen Team den Humor nicht ganz verliert und ein Statement über die Lage auf Facebook mit den Worten „Das Leben ist kein Ponyhof“ beginnt, ist die Lage für den Verein ernst. Durch die Pandemie fallen Reitunterrichtsstunden, Urlaubsbesuche und Veranstaltungen auf dem Hof aus, dem Verein fehlen dadurch Einnahmen, die eigentlich den Betrieb des Hofs sichern. Und auch der traditionelle Tag der offenen Tür im Sommer steht auf der Kippe. Er ist sonst auch eine Gelegenheit, Sponsoren zu treffen. Viele von denen haben indes natürlich auch selbst mit der Krise zu kämpfen.

Pferde- und Ponyhof Repten stellt Spendenaufruf ins Netz

Deshalb rief der Hof in einem sozialen Netzwerk zu Spenden auf. Sofort gab es eine Resonanz. „Viele Leute wollten uns helfen und zumindest einen kleinen Beitrag leisten“, sagt Diana Kullnick vom Reptener Verein. Die Ausfälle könnten die kleineren Geldspenden zwar längst nicht ausgleichen, sie helfen aber etwas.

Und auch über Naturalienspenden von Kleinbauern aus der Gegend konnte sich der Verein freuen. Zehn Rundballen Heu kamen so zusammen, die bei der Verpflegung der Tiere helfen.

Besuche, Veranstaltungen und Ausflüge fallen für den Pferdehof Repten wegen der Coronakrise aus, gepflegt und gefüttert werden die Tiere aber natürlich trotzdem. Hier füttern Desi und Lisa vom Reptener Verein eines der Pferde in dessen Ställen.
Besuche, Veranstaltungen und Ausflüge fallen für den Pferdehof Repten wegen der Coronakrise aus, gepflegt und gefüttert werden die Tiere aber natürlich trotzdem. Hier füttern Desi und Lisa vom Reptener Verein eines der Pferde in dessen Ställen.
© Foto: Daniel Roßbach

Um sich um die Tiere zu kümmern, musste das Team einen Plan ausarbeiten, der die Ansteckungsgefahr minimieren soll. Dazu gehört, dass im Stallbuch, das es ohnehin gibt, festgehalten wird, wie das neue Schichtsystem für die Arbeiten auf dem Hof umgesetzt wird und wer wann dort anwesend war. Außerdem gilt es, vor und nach jedem Betreten des Hofes gründlich Hände zu waschen und einen Mindestabstand von zwei Metern zueinander einzuhalten – auch beim Säubern der Pferde auf dem Putzplatz.

Damit die Versorgung der Tiere über die Dauer der Pandemie gesichert ist, hat das Personal des Hofes Passierscheine erhalten, die es trotz Ausgangsbeschränkungen berechtigt, zum Hof zu kommen. Und einige mögliche Helfer haben aktuell keinen Kontakt zu den eingesetzten Pferdepflegern, um im Fall von Erkrankungen für sie einspringen zu können.

Pferde sind Lauftiere und brauchen Bewegung

Mit der Versorgung ist es aber längst nicht getan: Pferde sind Lauftiere – und das stellt grundsätzlich, besonders aber zu Corona-Zeiten ihre Halter vor wichtige Aufgaben. Denn die Vierbeiner müssen regelmäßig bewegt werden, um gesund zu bleiben. Das ist in großen Laufställen mit Gruppenhaltung von Hause aus einfacher als in der früher häufig praktizierten Boxenhaltung, in der die Pferde einzeln in etwa drei mal drei Meter großen Bereichen stehen. Doch beides ist bis zu einem gewissen Grad abhängig von menschlichem Einsatz.

Pferde der Four Seasons Ranch in Lübben haben großen Auslauf

Ann Mitsching von der Four Seasons Ranch in Lübben hat dazu gute Voraussetzungen, weil ihre Schulpferde in Gruppenhaltung mit großem Auslauf leben und ihre Pensionspferde jeweils eigene Bereiche haben. Auch sie musste den Reitbetrieb vorerst bis zum 19. April einstellen. Die Paddocks auf der Four Seasons Ranch sind größer als normale Boxen und ermöglichen Bewegung.

Doch durch den Wegfall des Reitbetriebs in Zeiten der Corona-Pandemie fällt für die Schulpferde die Bewegung in den Trainingsstunden weg. Ann Mitsching teilt sich die Zeit daher so ein, dass sie alle Pferde regelmäßig bewegen kann. Das macht zusätzliche Arbeit, ist aber von großer Bedeutung. „Gerade die älteren Pferde müssen fit gehalten werden, damit sie nach dem Ende dieser Zeit wieder problemlos im Schulbetrieb eingesetzt werden können und vor allem, damit sie gesund bleiben“, sagt die Chefin der Ranch.

Auch Pferde müssen auf die Linie achten

Sie hat unter anderem Pferderassen, die zwar mit einem besonders ausgeglichenen und ruhigen Temperament im Reitunterricht Sicherheit und Zuverlässigkeit vermitteln, die damit zusammenhängend aber auch gerne Heu fressen. „Wir halten jetzt die Fresspausen korrekt ein, damit sie nicht zu dick werden“, sagt sie.

Unterm Strich hofft sie nicht nur deshalb inständig, dass die Zeit der Einschränkungen – die sie nachvollziehbar und wichtig findet – sich nicht mehr allzu lange hinzieht. „Es wäre schon schön, wenn wir im Mai den Betrieb wieder aufnehmen könnten.“