Als die Coronakrise richtig Fahrt aufnahm und erste Meldungen laut wurden, dass auch in der Öffentlichkeit Gesichtsmasken getragen werden müssen, nahm Hanni Jänchen dies zum Anlass, ihrer Heimatstadt zu helfen – mit Nadel, Faden und jeder Menge Herz. Entstanden sind seitdem an der heimischen Nähmaschine mehr als 400 Masken. Während die Ergotherapeutin damit auch die Firma ihres Lebensgefährten, Familie und Freunde versorgte, kamen am 22. April insgesamt 70 bunte Mund-Nasenschutze im Calauer Rathaus an.

„In Potsdam ist es nichts Außergewöhnliches mehr, Menschen auf den Straßen und beim Einkaufen mit selbst genähten oder gebastelten Masken zu sehen. Aufgrund des Mangels an medizinischen Materialien habe auch ich mich an die Arbeit gemacht und fleißig genäht“, schreibt die 31-Jährige in einem Brief an die Stadtverwaltung Calau. Hanni Jänchen plant irgendwann, mit ihrem Partner als Rückkehrerin wieder in der Heimat zu leben.

Die selbst genähten Mundschutze der Ex-Calauerin helfen der Tafel

Von der jüngsten Maskenlieferung aus Potsdam profitierten auch die Nutzer der Calauer Tafel. Bürgermeister Werner Suchner übergab die Spende in der Ausgabestelle in der Mühlenstraße. Auch in der Calauer Seniorenresidenz überreichte er an Leiterin Peggy Cattien 40 Masken für die Bewohner und Mitarbeiter.

Das Stadtoberhaupt zeigte sich dankbar für so viel Engagement, das offenbar in der Familie liegt. Denn mit ihrem uneigennützigen Engagement für ihre Heimatstadt setzt Hanni Jänchen eine echte Familientradition fort. Großvater Fritz Jänchen war es, der sich über Jahrzehnte hinweg als Ortschronist für die Stadt engagierte. Ein besonderer Schwerpunkt seiner leidenschaftlichen Arbeit war die Person Carl Anwandter. 2010 durfte sich er sich für seine Verdienste ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Ex-Calauerin spricht ihrer alten Heimat Mut zu

Zum Abschluss ihres Briefes macht die Hobbyschneiderin allen Menschen in der Heimat noch etwas Mut: „Ihr Lieben, grüßt mir mein geliebtes Calau, bleibt alle gesund und munter, passt gegenseitig aufeinander auf und gebt die Hoffnung auf schönere Zeiten nicht auf. Ich hoffe, wir sehen uns alle bald wieder.“