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Club Ü60 und alternde Hausärzte

Calau. Wie wäre es in den Calauer Ortsteilen mit einem Dorfclub Ü 60? Mit ihrer Anregung reagiert Melanie Gierach, sachkundige Einwohnerin im Sozialausschuss, auf ein Phänomen, dass es nicht nur in Werchow, Cabel und Plieskendorf zu geben scheint, wie ihr Ausschuss-Kollege Kurt Richter anmerkt. "Was soll ich da bei den Alten?", fragen nicht selten die jüngeren Alten. Hannelore Kuschy

Jüngere und ältere Senioren zusammenzubekommen, sei durchaus nicht so einfach, schildert Monika Urban, seit zwei Jahren Vorsitzende des Calauer Seniorenbeirates. Deshalb sei der Ü 60-Vorschlag durchaus eine Überlegung wert.

Die 52-Jährige informiert die Mitglieder des Sozialausschusses über das, was die Senioren in der Stadt und den Ortsteilen am meisten bewegt. Größtes Problem vor allem für die Älteren sind die Nahverkehrsverbindungen von Calau zu den Fachärzten in Lübbenau oder auch aus den Ortsteilen nach Calau beziehungsweise Lübbenau. "Zudem wird das Problem der alternden Hausärzte in der Stadt mit Sorge gesehen. Senioren haben Angst und fragen sich, wie es mit der Hausarztversorgung weitergeht", schildert Monika Urban die Situation um das heikle Thema medizinische Betreuung.

Etwa jeder vierte Calauer ist heute älter als 65 Jahre. 75 Jahre und älter sind 1183 Einwohner. Die Zeit kommt, in der sich der eine oder andere fragen muss: Kann ich weiter zu Hause leben oder kommt ein Seniorenheim beziehungsweise tagsüber ein Aufenthalt in der Tagespflege infrage? Angebote gibt es in Calau viele. Im Herbst soll das Betreute Wohnen am Residenzweg bezugsfertig sein. "Die Euphorie unter Calauern war zunächst groß, aber viele fragen sich heute: ,Kann ich mir das auch von meiner Rente leisten?'" - Monika Urban weiß, dass so mancher intensiv darüber nachdenkt. Betroffene und Angehörige, die nicht weiter wissen, können sich aber jederzeit zu solchen und anderen Fragen in der Beratungsstelle "Calau Mitte" der Arbeiterwohlfahrt an der Schlossstraße Rat holen.

Tagtägliche Abwechslung bietet die Seniorenbegegnungsstätte. Dorthin zieht es jeden Monat im Durchschnitt 250 Senioren, wie Chefin Renate Paschke sagt. Noch mehr seien es, wenn Tagesfahrten unternommen würden. Seit es im Erdgeschoss die Außenstelle der Kita "Kunterbunt" mit den jüngsten Kita-Kindern gibt, ist noch mehr Bewegung im Haus. 15 Steppkes werden dort betreut, ab Juli werden es 17 sein. "Erst vorige Woche haben sich die Kleinen bei unseren Senioren vorgestellt. Das war wunderschön", schwärmt die Leiterin der Begegnungsstätte. Die Größeren erfreuen die Senioren zu den Geburtstagen des Monats.

Die Zusammenarbeit mit der Schule aber, das bestätigt Monika Urban, habe nachgelassen. Wieder angeschoben wurde die Zusammenarbeit mit dem Jugendclub. Das aber brauche Zeit und Geduld.

Zum Thema:
Jede Woche in der Calauer Seniorenbegegnungsstätte ist gefüllt mit vielfältigen Veranstaltungen. Am kommenden Montag treffen sich Senioren zum Sport und zur anschließenden Kaffeerunde. Am Dienstag, 13. Juni, werden ab 14 Uhr Bücher getauscht. Einen Tag später wird Bürgermeister Werner Suchner zum jährlichen Forum begrüßt und am 15. Juni geht es bei gutem Wetter an die Kaffeetafel im Garten. Am 16. Juni begehen die Calauer die Seniorenwoche im Hotel zur Post. Plinse essen und ein Spaziergang ins Caféhaus Krause sowie ein Spielenachmittag runden den Monat Juni ab.