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CDU will Schulen Umzug ersparen

Elf Kindertagesstätten der AWO sind am 23.02.2017 teilweise ganztägig im Warnstreik
Elf Kindertagesstätten der AWO sind am 23.02.2017 teilweise ganztägig im Warnstreik FOTO: Dmitri Maruta (126109331) | Fotolia
Lübbenau. Aus Sicht der Lübbenauer CDU-Stadtverordneten waren die Sitzungen des Haupt- und des Bildungsausschusses nicht gerade Sternstunden kommunaler Schulpolitik. Bereits im Bildungsausschuss machte Norbert Badack (CDU), einst selbst Schulleiter, deutlich, was er von dem neuen Vorschlag der Stadtverwaltung hält, die Traugott-Hirschberger-Grundschule von der Altstadt in die Neustadt umziehen zu lassen: nichts. Daniel Preikschat

Tatsächlich wurde in dem Ausschuss die Beschlussvorlage aus dem Rathaus auch abgelehnt.

Eine Woche später im Hauptausschuss aber, in dem für die CDU Fraktionsvorsitzende Christina Balke vertreten ist, ließ es Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) nicht zur Abstimmung kommen. Er zog die Vorlage zurück und verabredete mit den Stadtverordneten, alle Umzugsvarianten nochmals prüfen und diskutieren zu lassen.

Für die CDU-Fraktion jedoch, das machen Norbert Badack und Christina Balke gegenüber der RUNDSCHAU nochmals deutlich, kann es in der Standortfrage gar keine Diskussion mehr geben: Sowohl die Altstadt als auch die Neustadt in Lübbenau brauchen eine starke Regelgrundschule, in der jeweils zwei Klassen pro Jahrgangsstufe unterrichtet werden. Sie sind beide überzeugt, dass dies Elternwille und auch im Sinne des Gemeinwohls ist.

Weiter halten sie es für unumgänglich, die dringend sanierungsbedürftige Traugott-Hirschberger-Grundschule abzureißen und am Standort einen Ersatzneubau zu errichten. Lübbenau hätte dann, inklusive der Jenaplanschule mit ihrem besonderen pädagogischen Profil, drei Grundschulen, in denen der Unterrichtsbetrieb für die nächsten Jahrzehnte abgesichert wäre, betont Norbert Badack.

Für den Ersatzschulneubau, ergänzt Christina Balke, könnten Fördermittel zu bekommen sein. Die Kosten würden sich daher wohl in Grenzen halten. Außerdem würde auch der Kauf des leer stehenden Oberstufenzentrums in der Neustadt Geld kosten. Das OSZ, in das aus Sicht der Stadtverwaltung Hirschberger- oder Jenaplan grundschule ziehen könnten, müsste darüber hinaus noch bedarfsgerecht umgebaut werden.

Möglichst bald, schon um populistischen Forderungen keinen Raum zu geben, sollten die Stadtverordneten eine Entscheidung treffen. Christina Balke und Norbert Badack sehen die Stadtverordnetenversammlung im Oktober als geeigneten Termin. Wie der Neubau aussehen sollte, wo die Hirschbergerschule vorübergehend einziehen könnte - das könne dann mit Schule, Politik und Verwaltung diskutiert und geplant werden.

Noch jedoch sind die Lübbenauer in Sachen Schulplanung nicht einer Meinung. In der SPD-Fraktion, in der Lübbenauer Stadtverordnetenversammlung mit neun Sitzen am stärksten vertreten, will man die drei nunmehr vorliegenden Optionen mit Fakten und Zahlen noch näher "untersetzt" wissen, so Fraktionschef Holger Bartsch. Erst dann ließen sich Kriterien ableiten für eine Entscheidung. Dieses von Bürgermeister Wenzel vorgeschlagene Prozedere hält Bartsch für richtig. Immerhin würden mittlerweile drei veschiedene Varianten auf dem Tisch liegen. Erstens: Die Jena planschule zieht ins OSZ. Zweitens: Die Hirschbergerschule zieht ins OSZ. Und drittens: Alle Schulen bleiben am alten Standort. Einig werden sollten sich die Stadtverordneten in der Oktobersitzung. Hier gibt Bartsch der CDU recht.

Zum Thema:
Aufgrund der Schülerzahlenentwicklung stoßen in Lübbenau die Werner-Seelenbinder-Grundschule in der Neustadt und die Traugott-Hirschberger-Grundschule in der Altstadt räumlich an ihre Grenzen. In der Hirschbergerschule sind zudem Brandschutz und Akustik dringend sanierungsbedürftig. Beschlossen haben die Stadtverordneten bisher aber nur, dass die Seelenbinderschule künftig nur noch zwei statt drei Klassen pro Jahrgangsstufe haben soll und die Hirschbergerschule zwei Klassen statt nur einer.