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| 02:32 Uhr

CDU fordert eigenen Lübbenau-Pegel

Am Wehr Ragow kontrollieren Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Oberland Calau per Kahn den Durchfluss. Der Pegel am Wehr ist eine Orientierung für Lübbenau.
Am Wehr Ragow kontrollieren Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Oberland Calau per Kahn den Durchfluss. Der Pegel am Wehr ist eine Orientierung für Lübbenau. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau/Vetschau. Die lokale Politik mischt jetzt beim Hochwasser mit: Die CDU-Ortsverbände Lübbenau und Vetschau fordern in einer gemeinsamen Erklärung einen eigenen Pegel für Lübbenau. Damit ließen sich Sperrungen differenzierter steuern. Eine Auffassung, die das Landesumweltamt nicht teilt. Jan Gloßmann

In dem am Donnerstag veröffentlichten Papier heißt es, nur mit einem eigenen Pegel seien "gesicherte Entscheidungen" wie die über das für den kompletten Spreewald verfügte Kahn- und Paddelboot-Fahrverbot möglich. Derzeit gibt es in Cottbus-Sandow und dann erst wieder am Zusammenfluss in Lübben Pegel.

Bei Gefahr für Leib und Leben, so die Vorsitzenden Roswitha Schier und Andreas Malik, müsse mit Sach- und Fachkenntnis entschieden werden. "Der Eindruck vermittelt sich nicht", schreiben die Ortsverbände, da Fährleute, Fischer, Jäger und Touristiker bisher in die Entscheidung nicht einbezogen worden seien. Es sei zudem "unverständlich", warum es keine differenzierte Sperrung gibt und unbedenklich nutzbare Fließe in Lübbenau, Lehde oder Raddusch nicht freigegeben werden. Seit dem 7. Juni haben Landesbehörden und die Kreisverwaltungen für den gesamten Spreewald die Fließe gesperrt. Das habe, so die CDU-Politiker, zur Folge, dass beispielsweise Lehdsche Bürger sich rechtswidrig verhalten müssen, wenn sie zu ihren Grundstücken wollen. Die Pegel-Forderung der Christdemokraten wird von Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) unterstützt: "Ein elektronischer Messpegel ist mehr als sinnvoll." Anders sieht das Wolfgang Genehr, der Regionalleiter Süd des Landesumweltamtes: "Für Lübbenau bringt ein Pegel nichts." Wichtiger seien Daten über Durchflussmengen und Fließgeschwindigkeiten, beispielsweise für die Diskussion um gesperrte Fließe. Ein Ingenieurbüro habe zudem die bestehenden Alarmpegel in der Spree und den Umflutern als Gewässern I. Ordnung überprüft. Die Stadt Lübbenau liege jedoch hinter einem sich weit verzweigenden Gewässersystem. Die Stadt könne jedoch selbst einen Pegel einrichten.

Derzeit orientiert sich die Stadt am Pegel am Wehr Ragow, das in der Hauptspree steht. Dort waren die Wasserstände am Donnerstag stabil. Von Mittwoch zu Donnerstag ist er nicht gestiegen. "Wir sind möglicherweise mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Wenzel am Donnerstagnachmittag. Er dankte allen Helfern, die zum Teil an Deichen noch im Einsatz sind.

Zum Thema:
Der Regionalverband der Arbeiterwohlfahrt hat am Donnerstag 1000 Euro auf das Spendenkonto der Stadt Lübbenau zugunsten der Flutopfer eingezahlt. Beim zweiten Frühlingsfest der Gaststätte "Oppott" in Lehde am morgigen Sonnabend wird für Flut-Geschädigte gesammelt. Ab 18 Uhr gibt es Geschichten des Spreewaldfischers und Musik mit den "Quodda-Quappen". Treff für alle, die auf den Kahn verzichten müssen.