ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:24 Uhr

Stadtforschung in der Witzestadt
Neuer Ortschronist für Calau

 Die Ortschronisten von Calau, Christian Lenz und Erika Förster, bekommen Zuwachs von Matthias Nerenz (kl. Foto). Nach der Abberufung von Stephan Uhlig aus gesundheitlichen Gründen ist das Team damit wieder zu dritt. Hier zeigen Lenz und Förster einen Auszug aus der Ortschronik der Stadt von 2009.
Die Ortschronisten von Calau, Christian Lenz und Erika Förster, bekommen Zuwachs von Matthias Nerenz (kl. Foto). Nach der Abberufung von Stephan Uhlig aus gesundheitlichen Gründen ist das Team damit wieder zu dritt. Hier zeigen Lenz und Förster einen Auszug aus der Ortschronik der Stadt von 2009. FOTO: Hofmann Rüdiger
Calau. Matthias Nerenz vom Heimatverein steigt in das Team um Christian Lenz und Erika Förster ein. Im Sozialausschuss wird über kommende Aufgaben und eine Vergütung diskutiert. Von Rüdiger Hofmann

Matthias Nerenz ist im Calauer Sozialausschuss als neuer Ortschronist vorgestellt worden. Die endgültige Neuberufung wird die Stadtverordnetenversammlung Ende Februar vornehmen, ein positiver Mehrheitsbeschluss scheint nur noch Formsache zu sein. Inkrafttreten wird der Beschluss zum 1. März. Für die Neuberufung von Nerenz stimmten am Dienstagabend im Sozialausschuss alle anwesenden Stimmberechtigten.

In der Stadt Calau hatten bislang die drei Ortschronisten Erika Förster, Christian Lenz und Stephan Uhlig ehrenamtlich zusammengearbeitet. „Sie haben sich über viele Jahre zum Erhalt der Geschichte in und um Calau verdient gemacht“, teilt die Verwaltung mit. Seit 2015 kann Uhlig aus gesundheitlichen Gründen sein Ehrenamt nicht mehr intensiv wahrnehmen. „Aus diesem Grund ist eine Nachbesetzung der Position erforderlich“, heißt es in der Beschlussvorlage. Förster und Lenz werden weiter wie bisher als Ortschronisten tätig bleiben, wobei Förster durchblicken lässt, dass sie ab 2020 kürzer treten will.

Mit Matthias Nerenz scheint eine passende Verstärkung für das Team gefunden. Nerenz ist Geschäftsführer des Calauer Heimatvereins, sehr geschichtsinteressiert und ein leidenschaftlicher Fotograf. „Ich gehe selten ohne meine Kamera aus dem Haus“, sagt Nerenz. Das passt zur Hauptaufgabe eines Ortschronisten, das gemeinschaftliche öffentliche Leben in der Stadt Calau und den Ortsteilen in Wort und Bild zu dokumentieren. Insbesondere sollen die allgemeine Entwicklung, wichtige Ereignisse, öffentliche Veranstaltungen und der Verlauf von ortsbildprägenden Baumaßnahmen festgehalten und die Arbeit des Heimatvereins unterstützt werden. Ortschronik und Ortsgeschichte sind die zwei Eckpfeiler. „Die Ortsgeschichte wird von geschichtsinteressierten Heimatforschern aktiv gestaltet“, informiert Christian Lenz. Das spiegelt sich beispielsweise im jährlich erscheinenden Heimatkalender oder in Ausstellungen zur Straßengeschichte und zum Funkturm wider. Um das Potential zu bündeln, ist 2006 das Geschichtsforum im Heimatverein als Arbeitsgruppe gegründet worden.

Für das Führen der Ortschronik werden Zeitungsartikel nach verschiedenen Kategorien sortiert, wichtige Ereignisse in der Stadt sowie Wetterdaten aufgelistet und statistische Angaben aus dem Einwohnermeldeamt verarbeitet. „Stand jetzt ist eine lückenlose Chronikführung bis 2017“, sagt Lenz. Über eine Weiterführung der Chronik in digitaler Form werde nachgedacht.

Auf die Frage der Ausschussvorsitzenden Kathrin Dannenberg (Die Linke), welche Kriterien für die Aufnahme in die Ortschronik entscheidend seien, antwortet Lenz: „80 Prozent der Artikel setzt die Lausitzer RUNDSCHAU. Außerdem führen Vereine oder die Feuerwehren eigene Chroniken, an denen man sich orientieren kann. Und bestimmte Großereignisse sind einfach Pflicht, in der Chronik geführt zu werden.“

Weitere Tätigkeiten der Ortschronisten sind die weiterführende Gestaltung der Anwandterausstellung im Haus der Heimatgeschichte, Ausstellungen im Heimatmuseum, Stadt-, Museums- und Kirchturmführungen, das Bearbeiten von Anfragen zu Orts- und Familienchroniken, Lehrgänge zur Ortsgeschichte und die Teilnahme am Ortschronistentag in Potsdam. Vorträge zur Stadtgeschichte zum Beispiel in der Kirchengemeinde werden gehalten, hinzu kommt Archivarbeit und die jährliche Auswertung mit dem Bürgermeister. „Schwierig ist es, Ortschronisten in den einzelnen Calauer Ortsteilen zu finden“, nennt Lenz ein Problem. Die Bereitschaft, sich von der Stadt als Ortschronist berufen zu lassen, gehe gen Null, so Lenz.

Künftig sollen die Ortschronisten-Ehrenamtler eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro jährlich und je Ortschronist erhalten. Alle Abgeordneten im Sozialausschuss stimmten dafür. „Mit der jährlichen Aufwandsentschädigung sind die mit dem Amt verbundenen persönlichen Aufwendungen wie Telefon- und Internetkosten, Schreib- und Büromaterialien abgegolten“, teilt die Verwaltung mit.

 Der Geschäftsführer des Heimatvereins, Matthias Nerenz.
Der Geschäftsführer des Heimatvereins, Matthias Nerenz. FOTO: Heimatverein Calau e.V.