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| 15:37 Uhr

Kommunalpolitik und Brandschutz
Calaus Feuerwehr wird Dauerbrenner

 Die Calauer Feuerwehr im Einsatz: Doch wie können Brandbekämpfung oder das Ausrücken zu Unfällen in Zukunft mit der notwendigen Technik abgesichert werden, wenn im Haushalt eine Lücke klafft? Der vorgelegte Gefahrenabwehrbedarfsplan sorgt für hitzige Debatten im Bauausschuss.
Die Calauer Feuerwehr im Einsatz: Doch wie können Brandbekämpfung oder das Ausrücken zu Unfällen in Zukunft mit der notwendigen Technik abgesichert werden, wenn im Haushalt eine Lücke klafft? Der vorgelegte Gefahrenabwehrbedarfsplan sorgt für hitzige Debatten im Bauausschuss. FOTO: Grahm
Calau. Bedarf an Fahrzeugen, Schutzkleidung und Gerätehäusern würde kommende Haushalte um mehrere Millionen Euro sprengen. Der Finanzausschuss diskutiert über Einsparmöglichkeiten. Von Rüdiger Hofmann

Calaus Feuerwehren schlagen Alarm: Der von ihnen für die nächsten Jahre angemeldete Bedarf an Fahrzeugen, Gerätehäusern und Schutzkleidung für Calau und Ortsteile würde fast 2,4 Millionen Euro kosten. Das Problem: Sollten alle „Wünsche“ der Kameraden berücksichtigt werden, ergibt sich im Haushalt für die nächsten vier Jahre ein Defizit von 4,7 Millionen Euro, teilt die Stadtverwaltung mit. Grund genug, das Thema im Bau- und Finanzausschuss zum wiederholten Male auf die Tagesordnung zu setzen. Es handelt sich um die nunmehr zweite „Fortschreibung der Gefahren- und Risikoanalyse mit Gefahrenabwehrbedarfsplan“.

Die ursprüngliche Analyse wurde bereits 2008 für die Stadt Calau durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Darin wurden Schutzziele festgelegt, wonach sich Personal- und Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren und eine angemessene Löschwasserversorgung ergeben. Schließlich sind kurz-, mittel- und langfristige Ziele definiert worden.

Die Diskrepanz zwischen aufzuwendenden Kosten für die Feuerwehr und dem Haushaltsdefizit entfacht am Dienstagabend das Feuer unter den anwesenden Abgeordneten. „Es steht uns nicht zu, die Bedürfnisse der Feuerwehren zu beurteilen“, sagt Michael Petras (Die Linke). „Wir müssen das, was hier steht, im Haushalt umsetzen.“ André Bareinz (SPD) bezweifelt, dass die veranschlagten Summen im Haushalt durchgehen werden. „Wir können die Vorlage zwar heute beschließen, aber dann stehen wir spätestens in fünf Jahren vor dem gleichen Dilemma.“ Damit gibt sich der Ausschussvorsitzende Norwin Märkisch (CDU) nicht zufrieden. „Wir treten hier auf der Stelle, haben seit Jahren die Bedarfsplanung verschoben. Nun will ich Lösungen hören, wo es noch Einsparmöglichkeiten gibt.“ Als größere Positionen stehen neue Fahrzeuge für Calaus und Bolschwitz´ Feuerwehr in Höhe von insgesamt 760 000 Euro und ein neues Gerätehaus in Kemmen für 300 000 Euro auf dem Plan.

Mit am Tisch sitzt Calaus Stadtwehrführer André Dreßler, auf den der Funke bei der Diskussion übergesprungen ist. „Sie alle können gern einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren, aber den kann man dann beim nächsten Großbrand gleich mit ins Feuer werfen“, so Dreßler. Er hat vor allem eine Sorge: „Es fehlt uns einfach an Personal!“ Einige für die Kameraden notwendige Maßnahmen seien bereits so oft verschoben worden, dass es nun keinen Aufschub mehr geben könne. „Und wir haben 2018 bei den Großbränden gesehen: Calau war nicht weit weg.“ Dreßler spricht die so wichtige Löschwasserversorgung an. Und sieht ein weiteres Problem: „Wenn wir jetzt nicht konkret festlegen, was in welchem Jahr umgesetzt wird, brauchen wir beim Landkreis nicht um Fördermittel bitten.“

Roswitha Reiche (LW) schlägt vor, einzelne Gerätehäuser und die Errichtung von Tiefbrunnen, wie sie beispielsweise in Saßleben, Mlode oder Werchow notwendig werden, vorerst zurückzustellen. Die Jahresscheiben sollten nochmal überprüft, neu gerechnet und mit neuen Prioritäten versehen werden. Unter Einbeziehung der Feuerwehr sollte dann eine praktikable Lösung erarbeitet werden. Das würde sprichwörtlich einen Flächenbrand eindämmen.

„Ich habe auch kein Patentrezept, sonst hätte ich es längst vorgelegt“, sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). „Wir prüfen aber Fördermittelprogramme, um gegenfinanzieren zu können.“ Am Ende der hitzigen Debatte wird die Beschlussvorlage an den Hauptausschuss weitergeleitet.