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| 01:03 Uhr

Calauerin im Auge des Hurrikans

Gollmitz/Calau.. Dort wo der Hurrikan „Wilma“ besonders gewütet hat, in der Nähe der mexikanischen Stadt Cancun lebt und arbeitet seit zwei Jahren die Calauerin Dana Polakowski im Hotel Mayan Palace. In einer E-Mail hat sie jetzt ihren Verwandten Sigrid Jordan und Klaus Gamradt in Gollmitz geschildert, wie sie die Naturkatastrophe gemeinsam mit ihrem kanadischen Freund erlebt und überlebt hat. I. Hoberg


„Seit Dana in Mexiko arbeitet, halten wir regelmäßig per E-Mail Kontakt. Diesmal hatte ihr Brief nur ein Thema, die Angst, die sie bei diesem Hurrikan erlebte“ , sagt Klaus Gamradt.
„Der Hurrikan war das Schlimmste, was ich je erlebt habe“ , schreibt Dana Pola kowski in ihrer E-Mail. „Todesangst bringt es dem Geschehenen am Nächsten. Ich konnte mir eine Windgeschwindigkeit von derartigen Ausmaßen nicht vorstellen. Es war furchtbar“ , schreibt die 33-Jährige an Verwandte und Bekannte.
„Die Glasfenster haben sich drei Zentimeter nach innen verbogen, so viel Kraft war da von draußen“ , berichtet sie. Zwei Tage saß sie mit ihrem Freund Marc wie festgenagelt im Appartement Ziegel krachten runter, Scheiben zerbarsten, Hausgeländer flogen durch die Luft. „Es war die absolute Zerstörung. Beton knickte, Eisen bog sich wie Wachs. Und es regnete, als würde es nie wieder aufhören“ , schildert sie weiter. „Irgendwann kam das Wasser durch die Türen und Fenster. Und dann fing es an durch die Decke zu tropfen. Das Appartement über uns war komplett überschwemmt.“ Dana und Marc mussten ihre Sachen packen, mit Unterstützung anderer Leute fanden sie ein Appartement, in dem nur die Küche überschwemmt war. „Ich war so dankbar für einen trockenen Platz“ , schreibt die junge Frau. „Irgendwann ist der Strom abgestellt worden.“ Da gab es dann auch keine Informationen mehr. „Man war so hungrig nach Informationen, vor allem weil der Hurrikan nicht so verlief wie vorhergesagt. ,Wilma' stand und stand. Es schien, dass das nie vorübergeht“ , beschreibt Dana Polakowski ihre Lage.
Dann gab es wieder Gas und Elektrizität und die Aufräumarbeiten laufen seitdem auf Hochtouren. „Ein megagroßes Kompliment an Mexiko. Die Organisation vor und nach dem Hurrikan war absolut outstanding. Armee und National Guards waren bereits vor dem Hurrikan hier. Aus dem ganzen Land kommt Hilfe. Ich ziehe den Hut!“ , berichtet Dana. „Die Hauptsache ist, wir haben alles unbeschadet überstanden“ , beendet sie ihren Brief.