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Calauer Züge rollen jetzt auf Maasdorfer Schienen

Thomas Richter, Bürgermeister in Bad Liebenwerda, Heinz Schmidt aus Calau und Hirtenmädchen Barbara hinter Modellzügen beim Gartenbahntreffen in Maasdorf.
Thomas Richter, Bürgermeister in Bad Liebenwerda, Heinz Schmidt aus Calau und Hirtenmädchen Barbara hinter Modellzügen beim Gartenbahntreffen in Maasdorf. FOTO: Jens Thiere
Maasdorf. Viel Sonne, dutzende Besucher und allerhand Modellfahrzeuge: Das 18. Gartenbahntreffen in Maasdorf hat viele Mini-Eisenbahn-Fans angezogen und das Natoureum um 50 Lokomotiven bereichert. Anja Hummel

Einer ganzen Reihe von Heidi-Filmen ist es wohl zu verdanken, dass das Maasdorfer Natoureum seit dem Wochenende im Besitz von 50 eigenhändig angefertigten Schweizer Modellzügen ist. Denn durch den Klassiker entdeckte der Calauer Heinz Schmidt schon in den 50er Jahren seine Liebe zu den Alpen. Er begann daraufhin mit dem Bau der Schweizer Modelle. Am vergangenen Wochenende überreichte er seine wertvollen Einzelstücke offiziell an das Elster-Natoureum. "Es ist eine große Bereicherung für uns. Die Modelle sind hier in guten Händen", freut sich Frank Höppner vom Natoureum über das großzügige Geschenk.

Das war allerdings nicht der einzige Höhepunkt des traditionellen Gartenbahntreffens in Maasdorf. "Knapp 1000 Gäste haben uns am Wochenende besucht", versichert Organisator Höppner und verzeichnet damit einen neuen Besucherrekord. "In diesem Jahr sind viele neue Gartenbahnfreunde dazugekommen. Unser Treffen hat mittlerweile weite Kreise gezogen." Eisenbahnliebhaber aus dem Magdeburger Raum, der Berliner Ecke, Cottbus, Dresden und Chemnitz waren dabei. "Die weiteste Anreise hatte ein Besucher aus Bremen", weiß Höppner. Insgesamt haben rund 50 Eisenbahn-Bastler den Weg nach Maasdorf gefunden und ihre eigenen Lieblingsstücke auf die Gleise gesetzt. Dabei gab es neben den neuen Western-Modellen auch zum allerersten Mal einen französischen Schnellzug, den TGV, zu sehen. Da die Stromversorgung der Modellstrecke neu ausgerichtet wurde, konnten noch mehr Züge gleichzeitig über die Fahrbahn rollen. "Wir haben von fünf auf zehn Ampere umgestellt", so Organisator Höppner.

Außerdem durften die Besucher viele neue Elemente an der Modellstrecke bewundern. Als Baustelle ist nun die neue Ortsumfahrung auf der B 183 zu bestaunen, natürlich originalgetreu nachgestaltet. Neben neuen liebevoll angefertigten Figurengruppen kann nun auch die zweite Hochspannungstrasse, die die Region durchzieht, im Mini-Format begutachtet werden.

Für die 50 Schweizer Modellfahrzeuge von Heinz Schmidt muss demnächst noch ein geeigneter Ausstellungsraum hergerichtet werden. "Ich weiß, dass meine Züge im Natoureum öfter bestaunt werden, als bei mir zu Hause", sagt der 77-Jährige. Das große Interesse an seinen Lokomotiven erfuhr der Calauer bereits am Wochenende, als er die 50 Modellbahnen in Maasdorf präsentierte. Aus gesundheitlichen Gründen entschloss er sich zu diesem Geschenk. "Aber ein wenig Wehmut ist schon da, weil ich die Züge jetzt nicht mehr zu Hause habe", gesteht der Calauer. "Sie sind ein Teil meines Lebenswerkes."

In liebevoller und mühsamer Arbeit hat der selbsternannte "Bimmelbahn-Bauer" in seiner kleinen privaten Werkstatt insgesamt rund 600 Modellfahrzeuge angefertigt. Darunter sind auch zwei Spreewaldbahnen, wovon eine im Spreewaldbahnhof Burg ausgestellt ist.