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Regionale Wirtschaft
Calauer Stadtverordnete bewerten Solarpark

Die Gewerbeflächen und Projektareale (rot umrandet) für den Solarpark befinden sich in der Nähe des Calauer Bahnhofes.
Die Gewerbeflächen und Projektareale (rot umrandet) für den Solarpark befinden sich in der Nähe des Calauer Bahnhofes. FOTO: Luftbild/Grafik / Ingba Ingenieurgesellschaft
Calau. Mühselige Abstimmung über jede einzelne behördliche Stellungnahme. Anwohner tragen weiterhin Bedenken zur Anlage vor. Von Rüdiger Hofmann

Sehr umfangreich gestaltet sich das Genehmigungsverfahren zum geplanten Solarpark in Calau. Der sogenannte Abwägungsbeschluss zum Vorentwurf des B-Plans ist nun in der Stadtverordnetenversammlung behandelt worden. Das heißt konkret: Die Abgeordneten bewerteten alle Abwägungen und stimmten über jede einzelne behördliche Stellungnahme ab. „Bei dem Vorhaben will der Investor auf einer Gesamtfläche von 1,32 Hektar südlich der Bahnlinie Cottbus – Leipzig eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit feststehenden Modulreihen in Nord-Süd-Ausrichtung errichten und betreiben“, sagt Lars Gutsche vom zuständigen Planungsbüro Ingba mbH. Vorgesehen sei eine Gesamtleistung der Anlage von etwa 0,73 Megawatt Peak.

Ihre Einwände gegen das Vorhaben machten fünf Familien in der Stadtverordnetenversammlung deutlich, die nahe des geplanten Solarparks wohnen. Der Wert der Grundstücke würde sinken, denn ohne vorhandene Bäume fehlen ein Lärm- und ein Sichtschutz. Hinzu komme ein aufgeschütteter Erdwall, der laut einer Anwohnerin zu einer schlechteren Lebensqualität führt. „Was ist, wenn Solarmodule brennen?“, fragt sie außerdem in die Runde. Sie wünsche sich, dass die Stadt Calau sie und ihre Familie bei dem Thema nicht ausgrenze und ihre Bedenken wahrnehme.

Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) verweist auf die Fachausschüsse, die sich mit dem Thema per Stellungnahmen bereits intensiv beschäftigt haben, und auf die Ausweisung des Areals als Mischgebiet. „Da sind solche Vorhaben möglich“, so das Stadtoberhaupt. Die Behörden hätten keine schwerwiegenden Anmerkungen vorgetragen. Bauamtsleiterin Margitta Görs sieht die planungsrechtlichen Grundlagen als maßgebend an. „Es wird geprüft, ob die Einwände so gravierend sind, dass das Bauvorhaben nicht durchgeführt werden kann. Das ist hier nicht gegeben“, so Görs.

Die Stadtverordneten stimmten abschließend für den Abwägungsbeschluss sowie den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan (B-Plan). Dieser wird nun in das Amtsblatt der Stadt Calau aufgenommen und anschließend öffentlich ausgelegt.