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| 02:50 Uhr

Calauer Schweiz ohne Wahrzeichen

Nur ein Fundament blieb vom Aussichtsturm bei Weißag. Der Holzturm in der Calauer Schweiz ist im Jahr 1999 errichtet worden. Das Fundament wird derzeit zerlegt und entsorgt.
Nur ein Fundament blieb vom Aussichtsturm bei Weißag. Der Holzturm in der Calauer Schweiz ist im Jahr 1999 errichtet worden. Das Fundament wird derzeit zerlegt und entsorgt. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Weißag. Das Wahrzeichen der Calauer Schweiz, der hölzerne Aussichtsturm, ist verschwunden. Nachdem er längere Zeit gesperrt war, ist er abgerissen worden. Gegenwärtig werden die Fundamente entfernt. Unterdessen gibt es Ideen für einen neuen, höheren Aussichtsturm. Uwe Hegewald / uhd1

Wer seinen Blick über die Kammlagen der Calauer Schweiz schweifen lässt, wird ihn vergeblich suchen: Der Aussichtsturm bei Weißag (Gemeinde Luckaitztal) ist verschwunden. Nach dem Abriss des hölzernen Wahrzeichens sind Mitarbeiter der ausführenden Firma jetzt damit beschäftigt, die Fundamente zu zerlegen und zu entsorgen.

"Den Rückbau des Turmes wollten wir nicht an die große Glocke hängen", gesteht Frank Trogisch von der gleichnamigen Firma, die mit dem Abriss beauftragt worden war. In Anlehnung an das Zitat "Wer will schon der Schurke sein, der Bambi tötet", weiß der Unternehmer aus Muckwar um die Sensibilität innerhalb der Bevölkerung. Trogisch, der selbst Abgeordneter ist, verweist auf vorangegangene Beschlüsse der Gemeindevertretung, die letztendlich den Abriss ausgelöst haben. Demnach hätten die Kosten für eine Sanierung des seit zwei Jahren gesperrten Turmes und die dadurch gewonnene, befristete Nutzungsdauer in keinem vertretbaren Verhältnis gestanden.

Die Gemeinde Luckaitztal und das Amt Altdöbern favorisieren einen höheren Neubau an einem neuen Standort, der zudem einen Blick auf die Stadt Calau ermöglichen soll. Welche Anziehungskraft ein Aussichtsturm auf den Höhenlagen der Calauer Schweiz ausübt, durften Mitarbeiter der Abrissfirma erfahren. "Heute haben wir hier mindestens ein Dutzend Besucher gezählt", berichtet ein Mitarbeiter der Firma, die sich derzeit am Fundament die Zähne ausbeißt. "Mit dem Demontieren, Zerlegen und Abtransportieren ging es zügig voran. Umso schwieriger erweist sich das Beseitigen der Fundamente", beklagt Frank Trogisch.

Etwa 30 Kubikmeter umfasst das Betonfundament, das zusätzlich mit hartnäckigen Bewehrungseisen versehen ist. Mit dem Verschwinden des Wahrzeichens werden Stimmen laut, ebenso alle Wegweiser zu entfernen, die auf den Aussichtsturm hinweisen. Seinerzeit hatte die im vergangenen Jahr aufgelöste Schutzgemeinschaft Calauer Schweiz sowie Privatpersonen Hinweisschilder gefertigt und aufgestellt. "Für den Turm sollte auch nicht mehr auf Flyer, in Broschüren oder auf amtlichen Wegweisern geworben werden", mahnt Frank Trogisch zügiges Handeln an, um Ausflügler nicht zu verärgern. Gastwirt Frank Gaumer bestätigt, dass Weißag regelmäßig von Spontanbesuchern oder Weitgereisten angesteuert wird, die auf den Aussichtsturm wollen. "Wenn sie vor unserem Haus parken, können wir den Touristen oftmals noch einen Hinweis geben", sagt er.

Wehmut klingt in seinen Worten mit. Viel lieber würde er den Besuchern einen verbindlichen Termin nennen, wann mit dem Bau des neuen Aussichtsturmes begonnen wird.

Ein Quartett von Initiatoren, bestehend aus der Gemeinde Luckaitztal, dem Amt Altdöbern, der Stadt Calau und dem Kuratorium des Naturparks "Niederlausitzer Landrücken" hatte vor wenigen Wochen ein Projekt vorgestellt. Als Orientierung dafür galt ein Vorschlag eines regionalen Planungsbüros, das einen Aussichtsturm mit uneingeschränkter Fernsicht favorisiert.

Der Entwurf sieht eine Konstruktion vor, deren oberste Aussichtsplattform sich auf 35 Meter Höhe und damit 17 Meter höher als beim Vorgänger befindet.

Die Finanzierung soll weitgehend über Förderprogramme laufen. Das Investitionsvolumen werde wohl im oberen sechsstelligen Bereich liegen, hieß es seinerzeit.