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| 02:32 Uhr

Calauer Dunkelsburg beschäftigt Landesarchäologen

Die große frisch sanierte Westwand der einstigen Calauer Dunkelsburg ist bereits ein Schmuckstück der Stadt. Durch die Sanierung des Stumpfes vom nördlichen Wehrturm sowie einem Zugang soll Calauer Geschichte erlebbarer werden.
Die große frisch sanierte Westwand der einstigen Calauer Dunkelsburg ist bereits ein Schmuckstück der Stadt. Durch die Sanierung des Stumpfes vom nördlichen Wehrturm sowie einem Zugang soll Calauer Geschichte erlebbarer werden. FOTO: Uhlig/stu1
Brandenburg/Calau. Noch immer liegen die Ursprünge der Calauer Dunkelsburg sprichwörtlich im Dunkeln. Dafür beschäftigt die rund 1000 Jahre alte Ruine der Burg weiter die Landesarchäologen. Auf der Jahrestagung der Abteilung Archäologische Denkmalpflege an der Fachhochschule Brandenburg an der Havel stellten Archäologen der Fachwelt die neuesten Ergebnisse vor. Stephan Uhlig / stu1

In Calau teilweise als Ruine abgetan, fanden die Mauerreste der historischen Dunkelsburg in der Fachwelt ganz besondere Aufmerksamkeit. Auf der Jahrestagung der Abteilung Archäologische Denkmalpflege des brandenburgischen Landesamtes für Denkmalschutz und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM) gehörte der Grabungsbericht zur Calauer Dunkelsburg zu den 40 Fachvorträgen, denen sich die Wissenschaftler, Forscher und Spezialisten widmeten. Inmitten solch interessanter Themen wie von der ältesten Fundstelle im Land Brandenburg über die Frage, ob die Römer in Brandenburg waren, stellten die im Land tätigen Archäologinnen und Archäologen Ergebnisse aus ihrer Arbeit vor.

Da war es schon erstaunlich, dass Ergebnisse über die Grabung an der Calauer Dunkelsburg ebenso große Aufmerksamkeit bekam wie die Ergebnisse von den 130 000 Jahre alten Funden im Niederlausitzer Braunkohlenrevier. Archäologe Kai Schirmer eröffnete seinen Vortrag mit dem Hinweis auf die magere Quellenlage zur Dunkelsburg. Dass sich aber diese Situation nun etwas verbessern sollte, sei ein großer Verdienst der Stadt Calau, ". . . die sich durch die Gefährdung der noch erhaltenen Teile der Burg veranlasst sah, 2013 mit Sicherungsmaßnahmen zu beginnen, die einerseits die langfristige Erhaltung der Burgreste gewährleisten, andererseits aber auch die Ruine zugänglich und erlebbar machen sollen", so der leitende Archäologe.

Gut erhaltener Feldstein-Stumpf

Bei der Erläuterung zur archäologischen Fundauswertung ging Kai Schirmer auf den hervorragend erhaltenen Feldstein-Stumpf des runden, nordwestlichen Eckturms ein, der einen Außendurchmesser von sieben Metern hat und deren Innenraum ca. drei Meter misst. Diese Mauerreste des Turms sind nun auch für jedermann sichtbar und zeugen von der vermutlich symmetrisch angelegten Wehranlage.

Aus wissenschaftlicher Sicht fast noch interessanter sind die Hinweise auf eine Vorgängeranlage der Steinburg in Form eines Grabens innerhalb und unterhalb der Nordmauer sowie im Randbereich eines Hügels, dessen Zen trum sich im heute überbauten Burgbereich befunden haben muss. Die Situation könnte für eine Turmhügelburg ("Motte"), also eine frühere Bauphase der Dunkelsburg sprechen. Diese belegbaren Hinweise fehlten bislang in der Geschichtsschreibung zur Burg.

Archäologisches Erbe

Somit zählt die Calauer Dunkelsburg zur archäologischen Kulturlandschaft in Brandenburg. Dieses Erbe ist das Gedächtnis des Landes und die einzige Geschichtsquelle für die schriftlosen Zeiten, außerdem eine wichtige Ergänzung der Schriftquellen für die Zeit vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit.

In Brandenburg sind zurzeit mehr als 30 000 archäologische Denkmale bekannt - mit einer weit höheren Zahl noch unbekannter ist zu rechnen. Sie geben Einblick in die jeweilige Umwelt, die die Menschen zunehmend selbst gestalteten und damit die heutige Kultur-Landschaft schufen.