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| 18:12 Uhr

Diskussion um Bauprojekte
Wohnhäuser auf dem Fußballplatz

 Nicht mehr genutzter Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz in Calau.  Foto: Preikschat
Nicht mehr genutzter Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz in Calau. Foto: Preikschat FOTO: LR / Daniel Preikschat
Calau. In Calau sollen Häuser und ein Freizeitzentrum auf kommunalen Grundstücken gebaut werden. Platz steht ausreichend zur Verfügung, aber auch das Geld für die Planung? Von Daniel Preikschat

Wo einmal Fußball gespielt wurde in Calau, entstehen Einfamilienhäuser. Und am Rande der Stadt, in der Ziegelstraße, entsteht ein Freizeitzentrum. Zumindest laut einer Beschlussvorlage, der am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung die Mehrheit der Abgeordneten ihre Zustimmung gegeben hat. Allerdings wurde zuvor kontrovers diskutiert. In den Fachausschüssen, aber auch am Mittwoch noch einmal.

Die Vorlage eingebracht haben die Fraktionen von Die Linke, SPD und Ländliche Wählergemeinschaft (LW). Dort sieht man es als überfällig an, Vereinen, Verbänden und im Sport engagierten Bürgern ein dringend benötigtes Domizil zur Verfügung zu stellen. In der Ziegelstraße, nahe dem Sportverein und dem Schwimmbad, wäre auf kommunaler Fläche der geeignete Standort für ein Freizeitzentrum. Finanzieren ließe es sich zu einem Teil durch den Verkauf von Eigenheimgrundstücken auf dem ungenutzten Jahn­sportplatz, wie es in der Beschlussvorlage ursprünglich weiter hieß.

In den Fachausschüssen sahen vor allem die Abgeordneten der CDU das Vorhaben kritisch. Haupteinwand: Es fehlt das Geld für ein solches Millionenprojekt wie den Bau eines Freizeitzentrums. Zudem liege der Standort nicht zentral und es sei fraglich, ob die Vereine das Objekt auch nutzen würden. Bezüglich des Bebauungsplans für den Jahn­sportplatz wurde angemerkt, dass die Stadt hierfür bereits 40 000 Euro im Haushalt für 2019 eingeplant, das Thema also bereits auf dem Schirm habe. Entsprechend fielen in den Fachausschüssen auch die Abstimmungen aus: Es stimmten genau so viele Abgeordnete dafür wie dagegen.

In der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch sah das anders aus. Zehn Mal Ja, fünf Mal Nein – damit war die Beschlussvorlage angenommen. Allerdings hatten sich Linke-, SPD- und LW-Abgeordnete auch bereit erklärt, ihren Vorschlag etwas zu verändern. Die erhofften Verkaufseinnahmen für die Grundstücke sollen nun doch nicht in das Freizeitzentrum investiert werden. Im Rathaus sollen beide Projekte vielmehr separat geplant werden. Dabei machte Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) klar, dass es für die Vorplanung eines Freizeitzentrums keine Finanzierung gibt, es werde kein Planungsbüro beauftragt. Vielmehr müsse im Haus daran gearbeitet werden.

Mario Dannenberg (Linke) und Peter Schollbach (LW) betonten die Notwendigkeit dessen. „Um zu wissen, wie das Freizeitzentrum gestaltet werden soll, was gebraucht wird“, so Schollbach. Und Dannenberg: „Wir setzen damit ein Zeichen, dass es vorwärts geht.“ Nachbarstädte bieten ihren Bürgern längst, was in Calau erst noch entstehen soll.

Was Norwin Märkisch (CDU) so nicht stehen lassen wollte. Calau biete seinen Bürgern einiges, die Bibliothek etwa oder das Schwimmbad. So genannte „freiwillige Aufgaben“ seien das, die Geld kosten. Die Stadt werde künftig eher weniger als mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Auch die CDU-Fraktion wolle den Sport und die Vereine fördern, so Märkisch, aber nicht mit einem großen Freizeitzentrum für alle, das abseits liegt. Besser sei es und auch kostengünstiger, mit den jeweiligen Vereinen bedarfsgerechte Lösungen zu finden.