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Calau will Gutshof verkaufen

Die Investorin aus Finsterwalde möchte nicht nur das schmucke Gutshaus denkmalschutzgerecht sanieren lassen. Erhalten werden soll auch die Scheune, deren Bausubstanz arg beschädigt ist.
Die Investorin aus Finsterwalde möchte nicht nur das schmucke Gutshaus denkmalschutzgerecht sanieren lassen. Erhalten werden soll auch die Scheune, deren Bausubstanz arg beschädigt ist. FOTO: Daniel Preikschat
Groß Mehßow. Das Nutzungskonzept der Investorin überzeugt die Stadtverordneten. Es soll jedoch im Sinne der Groß Mehßower noch etwas verändert werden. Daniel Preikschat

Silke Luplow hat in Groß Mehßow einen guten Eindruck hinterlassen. Das wurde kürzlich in der Calauer Stadtverordnetenversammlung deutlich, wo Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) von allen Fraktionen grünes Licht bekommen hat, die Verkaufsverhandlungen mit der Finsterwalderin fortzusetzen.

Erwerben möchte die 43-Jährige Ärztin in Groß Mehßow nicht nur das Schmuckstück Gutshaus. Sie hat es auf das ganze, etwa 12 000 Quadratmeter große Grundstück abgesehen - samt Scheune, Stall und Wohnhaus. Alles Gebäude, die stark sanierungsbedürftig, wenn nicht einsturzgefährdet sind. Zunächst im Bauausschuss, dann auch auf Einladung des Landvereins im Dorf hat die Investorin ihre Pläne erläutert: Im Gutshaus möchte sie mit ihrer Familie selbst leben, eventuell im Dachgeschoss Ferienzimmer anbieten. In den Nebengebäuden, die alle wiedergestellt werden sollen, könnten Kutschen- und Bauernmuseum eingerichtet werden.

Bürgermeister Suchner hält Silke Luplow für eine verlässliche Investorin, die ernst meint, was sie sagt und Vor-Ort-Interessen der Groß Mehßower berücksichtigt. In der Sommerpause werde er mit ihr die Verhandlungsgespräche fortsetzen. Möglicherweise könne danach der Zeitplan für die Sanierungsarbeiten schon grob eingegrenzt werden und auch schon über eine Kaufsumme geredet werden. Mit einer Millionensumme könne die Stadt sicher nicht rechnen angesichts der Sanierungsbedürftigkeit der Gebäude. Hinzu komme, dass Scheune und Stall gar nicht der Stadt Calau gehören. Kurz nach der Wende habe sie ein irischer Landwirt erworben, ohne in den Folgejahren in die Gebäude investiert zu haben, so Suchner. Silke Luplow sei bereits in Kontakt mit dem Iren, der sich auch verkaufsbereit zeige.

Die Groß Mehßower, so Suchner, müssten auch nach einem Verkauf auf dem Gutshof weiterhin ihr jährliches Dorffest ausrichten dürfen. In dem Museum straßenseitig sollten sie außerdem einen Veranstaltungsraum jederzeit mit nutzen dürfen. Ortsvorsteherin Roswitha Reiche (LW) hat in der Stadtverordnetenversammlung allerdings noch weiter gehende Forderungen aufgemacht. Auf dem Gutshof-Nachbargrundstück Hausnummer 19 sollte die Investorin zusätzlich ein Wohnhaus im Eigentum der Stadt Calau sanieren oder nach Abriss neu bauen lassen. Nutzen können sollten es danach die Groß Mehßower. Als eine Art Ortsbegegnungszentrum mit Räumen auch für die Feuerwehr. Bauherr sollte idealerweise die Stadt sein.

Die Stadtverordneten zeigten teils Verständnis für die Forderungen aus Groß Mehßow, fanden sie teils aber auch schwer umsetzbar.