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| 02:32 Uhr

Calau spendiert 35 000 Euro für Aussichtsturm Calauer Schweiz

Calau/Luckaitztal. Die Stadt Calau stellt 35 000 Euro in ihren Haushalt für 2017 ein, um den Bau des neuen massiven Aussichtsturms in der Calauer Schweiz finanziell zu unterstützen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Hannelore Kuschy

Luckaitztals Bürgermeister Roland Schneider freut sich darüber. "Das wird uns allen gut tun, immerhin vertreten wir gemeinsam die Calauer Schweiz und können das künftig zusammen noch besser. Das geht gar nicht anders", sagt er auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Auch wenn im Sommer nicht in die Natur eingegriffen werden könne, rechne das Gemeindeoberhaupt noch in diesem Jahr mit dem Baubeginn. Von den Gesamtkosten für das Wahrzeichen in Höhe von 590 000 Euro bleibt für Luckaitztal immer noch ein Eigenanteil von rund 105 000 Euro, der, wie Roland Schneider sagt, nicht über eine Kreditaufnahme aufgebracht werden müsse. Mit der Entscheidung der Calauer Abgeordneten bleibt der Turm ein Gemeinschaftsprojekt - seit mehreren Jahren ist die Stadt in das Bauvorhaben einbezogen.

Dass dem Antrag der Calauer SPD-Fraktion mehrheitlich zugestimmt wird, war bis zum Schluss nicht unbedingt zu erwarten, immerhin wird der künftige 34 Meter hohe Turm auf Luckaitztaler Gemarkung gebaut. Und schließlich hat auch eine Stadt wie Calau nichts zu verschenken. Dem folgend, hat sich die CDU-Fraktion komplett dieser Ausgabe verweigert und eine namentliche Abstimmung über diese Ausgabe und folglich auch den Haushalt 2017 beantragt.

Die Begründungen der Christdemokraten für ihr klares Nein waren unterschiedlich. Während Norwin Märkisch nicht nachvollziehen konnte, wie sich die mögliche Höhe des Calauer Anteils seit 2014 immer wieder verändert hat, gewann Knut Jende den Eindruck, dass "so lange gerechnet wurde, bis es in den Haushalt reinpasst". Denn die SPD hatte auch vorzuschlagen, woher die 35 000 Euro kommen sollen. Der Verwaltung war es nach akribischer Rechenarbeit inzwischen gelungen, den Fehlbedarf bis 2020 erheblich zu reduzieren. Im Finanzplan stellte sich für Ende 2020 gar ein Plus von 22 910 Euro heraus. Davon werden nun 22 000 Euro für den Turm abgezwackt. Die ursprünglich vorgesehenen 50 000 Euro für Planungen zur Umgestaltung des SV-Sportplatzes werden zudem um 13 000 Euro reduziert. Noch gibt es keine Vorstellungen, was sich dort überhaupt verändern soll.

Während Mario Dannenberg (Die Linke) den SPD-Vorstoß ausdrücklich begrüßte und überzeugt war, dass der Zuschuss "kein rausgeschmissenes Geld ist", sah Ralf Kaltschmidt eine Calauer Beteiligung als nicht nötig an: "Der Turm würde auch ohne uns gebaut werden."

Welche Aufmerksamkeit die Calauer Schweiz landesweit genießt, hat Hans-Jürgen Hanisch (Die Linke) mit dem Heimatverein Calau bei der 13. Potsdamer Geschichtsbörse erfahren. "Der Turm wird bei der künftigen Werbung für die Calauer Schweiz und auch für Calau eine große Rolle spielen", so seine Überzeugung. Peter Schollbach (LW) sieht die Beteiligung der Stadt Calau am Turmbau ähnlich wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) und sagte: "Den Weg einer guten Zusammenarbeit wollen wir uns nicht verbauen, indem wir einen finanziellen Zuschuss ablehnen."

Der Luckaitztaler Bürgermeister ist sich sicher, dass dem Turmbau nichts mehr im Wege stehen dürfte. Die Fördermittel-Zusage der Lokalen Arbeitsgemeinschaft "Energieregion im Lausitzer Seenland" über 442 500 Euro liege vor, die Baugenehmigung ebenso. Bis Monatsende werde auch der Antrag für die zugesagten Fördermittel beim Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Luckau vorliegen, so Roland Schneider.