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| 16:50 Uhr

Kampf gegen Rechtsextremismus
Calau setzt Zeichen gegen rechts

 Schüler der Grund- und Oberschule Calau präsentieren mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Foyer ihrer Schule Schautafeln zum Umgang mit Rechtsextremismus und zur Stärkung der Demokratie. Die Wanderausstellung zeigt deutlich die Gefahren, die von rechtspopulistischen Parteien ausgehen können.
Schüler der Grund- und Oberschule Calau präsentieren mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Foyer ihrer Schule Schautafeln zum Umgang mit Rechtsextremismus und zur Stärkung der Demokratie. Die Wanderausstellung zeigt deutlich die Gefahren, die von rechtspopulistischen Parteien ausgehen können. FOTO: Stadt Calau
Calau. „Demokratie stärken und Rechtsextremismus bekämpfen“ lautet die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die von Schülern der Grund- und Oberschule Calau gestaltet wurde. Von Rüdiger Hofmann

Welche Gefahren gehen von rechtsextremistischen Aktivitäten und Stammtischparolen aus? Wie kann Demokratie gestärkt werden? Und was verbirgt sich hinter dem rechtsextremen Weltbild? Diesen Fragen sind Schüler der Grund- und Oberschule Calau im Rahmen von Projekttagen nachgegangen. Passend dazu ist die Wanderausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ vom Landesbüro Brandenburg der Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA) im Eingangsfoyer des Robert-Schlesier-Hauses eröffnet worden.

Bereits in 59 Bildungseinrichtungen konnte die Ausstellung landesweit gezeigt werden. Calau ist nun die 60. Anlaufstation. „Die Ausstellung umfasst 14 Schautafeln und kann von Schulen und öffentlichen Institutionen ausgeliehen werden. Sie wurde speziell für Schüler ab 14 Jahren konzipiert und wird durch die pädagogische Vorbereitung von Referenten der RAA Brandenburg unterstützt“, sagt Juliane Meyer von der Friedrich-Ebert-Stiftung während der Vernissage. In der Regel verbleiben die Schautafeln für rund zwei Wochen an der jeweiligen Schule. Im Januar werden sie zunächst nach Ludwigsfelde und anschließend nach Potsdam verlegt.

Die Ausstellung zeigt vor allem die Gefahren, die vom Rechtsextremismus als Bedrohung für die Demokratie und die Menschenwürde ausgehen. Auf den Schautafeln werden Grundlagen für rechtsextremes Verhalten und Einstellungen dargestellt. Außerdem wird davor gewarnt, welche Formen rechtsextreme Weltbilder und Argumentationsweisen annehmen können. „Auf Basis demokratischer Grundlagen möchte die Ausstellung zu Zivilcourage gegen eine Normalisierung rechter Einstellungen ermutigen“, so Meyer. Wenn man Rechtsextremen nichts entgegensetzt, gibt man ihnen die Möglichkeit, Demokratie auszuhöhlen. Rechte Parolen beginnen im Kopf, wenn Vorurteile salonfähig werden.

Für Schulsprecherin Klara Lehmann sind die präsentierten Schautafeln und die thematisierte Bedeutung von Demokratie sehr wichtig. „Das Thema betrifft uns alle. Wir sind bald 16 Jahre und können dann erstmals wählen gehen. Wir sollten uns frühzeitig mit den Gefahren auseinandersetzen, die von Rechtsextremen ausgehen“, sagt die Zehntklässlerin. Schuldirektorin Christiane Zeiger ergänzt: „Rechtsstaatliche Demokratie sollte Gegenstand der Praxis in allen Schulen sein. Einen Beitrag dafür liefert diese Ausstellung.“ Kinder und Jugendliche bräuchten ein Wertesystem, das den freiheitlichen und demokratischen Grundrechten entspricht.

„Eigentlich sollte jeder die Grundsätze der Demokratie mit der Muttermilch aufnehmen“, sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Eigentlich. Die AfD-Wahlergebnisse und die erstarkte Pegida-Bewegung seien aber bekannt, so Suchner. „Hier müssen die Zusammenhänge klar erläutert werden“, sagt die Stadtspitze, die zugleich für ein respektvolles und solidarisches Miteinander wirbt.

Landtagsabgeordnete Kathrin Dannenberg (Die Linke) findet, dass die Ausstellung einen würdigen Platz im Robert-Schlesier-Haus einnimmt. „Seit 2013 trägt die Schule den Titel ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’. Und man muss Courage haben, Nein zu sagen, wenn es um Extremismus geht“, so Dannenberg, die früher  Lehrerin an der Grund- und Oberschule war.

Wie wichtig die Förderung von gegenseitigem Respekt und die Achtung der Menschenwürde – auch länderübergreifend – ist, zeigten Schüler der neunten Klasse am Rande der Ausstellungseröffnung. Sie stellten ein Hilfsprojekt vor, das sie während der Projekttage gestaltet haben. „Wir wollen den Kindern im Sudan eine Freude bereiten und haben Spenden einsammeln können“, teilen die Neuntklässler mit. Insgesamt ist eine Spendensumme von 211 Euro von Schülern der siebenten bis zehnten Klasse und ihren Lehrern zusammengekommen. Spenden für zwei Ziegen, eine Portion Saatgut und Futter, was im Sudan dringend benötigt wird.