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| 13:14 Uhr

Feuerwehr trainiert
Hilfeschreie aus Grundschule

 Über den Hubretter und vor den Augen Dutzender Zuschauer konnten zwei Kinder aus einer Notsituation befreit werden. Nach erfolgter Rettung steuerte Torsten Wagner den Korb zur fiktiven Brandbekämpfung und Nachkontrolle noch einmal in Richtung Obergeschoss.
Über den Hubretter und vor den Augen Dutzender Zuschauer konnten zwei Kinder aus einer Notsituation befreit werden. Nach erfolgter Rettung steuerte Torsten Wagner den Korb zur fiktiven Brandbekämpfung und Nachkontrolle noch einmal in Richtung Obergeschoss. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Freiwillige Feuerwehr Calau rettet sechs Schüler – ein wichtiges Training für den Ernstfall. Von Uwe Hegewald

Als am Freitagabend, kurz nach 18 Uhr, Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr mit Martinshorn Richtung Grundschule düsen, sorgt das für wenig Aufregung. Die Calauer wissen, dass es sich um die traditionelle Einsatzübung handelt, die immer kurz nach Ostern durchgeführt wird. 22 Einsatzkräfte registriert Führungsassistent Karsten Schulz, der am Einsatzleiterwagen Dienst schiebt. Zahlreiche Schaulustige zieht es aufs Schulgelände, wo kurz nach dem Eintreffen des DRK-Rettungswagens und der Einsatzleitung noch zwei Tanklöschfahrzeuge und der Hubretter einbiegen.

Bereits beim Sprung in die Einsatzkleidung verständigen sich die Retter darüber, wer den Einsatz leiten wird: Sven Richter. Rauch, der aus dem Obergeschoss des Schulgebäudes dringt, und Hilfeschreie von Kindern machen ihm und seiner Truppe deutlich, wo die Prioritäten zu setzen sind. „Grundsätzlich geht es darum, dass alle Personen, die sich im Objekt befinden, zügig gefunden und aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Rettungssanitäter übernehmen die medizinische Betreuung“, erklärt Richter. Bei aller Professionalität seiner Leute: Ein Selbstläufer ist das nicht. „In Gefahrensituationen reagieren Kinder oftmals anders als Erwachsene. Sie flüchten in falsche Richtungen oder verkrümeln sich in irgendwelche Ecken, wo sie nur schwer zu finden sind“, begründet er.

Um die Rettung so schnell und effektiv wie nur möglich zu gestalten, sieht es Sven Richter als erforderlich an, drei Einsatzgruppen zu bilden. Über den Hubretter, ein Steckleitersystem und einen Angriffstrupp, der über den Treppenflur ins Innere vorrückt, können insgesamt sechs Kinder aus ihrer misslichen Situation befreit werden. Allesamt Mitglieder der Calauer Nachwuchsfeuerwehr, die sich als „Komparsen“ eines filmreifen Dramas bewähren, für das Ortswehrführerin Kathleen Rohmann das Drehbuch geschrieben hat. Im Beisein von Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) und Gerd Kasprick (CDU-Stadtverordneter) verfolgt sie jeden einzelnen Schritt ihrer Calauer Kameraden, die durch Kräfte aus Säritz und Buckow unterstützt werden.

Als Glücksgriff erweist sich die spontane Idee, Daniela Buder zehn Minuten vor Beginn der Einsatzübung zu erklären, dass sie für die Moderation eingeteilt sei. Souverän meistert die Feuerwehrfrau ihren Job, scheut sich auch nicht, dem Angriffstrupp ins verqualmte Treppenhaus zu folgen. So bekommen die Zuschauer akustisch mitgeteilt, welche Handlungen Karsten Müller und Martin Zech als Angriffstrupp ausführen. Für sie gilt es, zuerst zwei Kinder mit Schutzmasken auszurüsten, diese ins Freie zu führen und nach dem Vergewissern, dass sich keine weiteren Personen im Objekt befinden, zur Brandbekämpfung (fiktiv) überzugehen. Einsatzleiter Sven Richter und Ortswehrführerin Kathleen Rohmann zeigen sich zufrieden vom Zusammenwirken der Einsatzkräfte und vom generellen Ablauf. „Das Schlimmste, was uns hätte passieren können, ist der abrupte Abbruch der Übung  aufgrund eines dringenden Einsatzes. In der zurückliegenden Woche sind wir täglich alarmiert worden“, so die Hauptbrandmeisterin. Einsatzhäufigkeit, Ausbildungspensum und eine dünne Personaldecke bildeten die Gründe, in die „Calauer Osterübung“ anno 2019 etwas weniger Aufwand zu investieren.

„Im kommenden Jahr wird sich das wieder anders gestalten“, sagt Kathleen Rohmann und kündigt „Spektakuläres“ an. Dann feiert die Freiwillige Feuerwehr Calau ihr 150-jähriges Bestehen – mit einer eindrucksvollen Einsatzübung, die in einen „Tag der offenen Tür“ am Feuerwehrdepot münden soll. Der Termin ist bereits in Stein gemeißelt: Samstag, 18. April 2020.

 Über den Hubretter und vor den Augen dutzender Zuschauer konnten zwei Kinder aus einer Notsituationen befreit werden. Nach erfolgter Rettung steuerte Torsten Wagner den Korb zur fiktiven Brandbekämpfung und Nachkontrolle noch einmal in Richtung Obergeschoss.
Über den Hubretter und vor den Augen dutzender Zuschauer konnten zwei Kinder aus einer Notsituationen befreit werden. Nach erfolgter Rettung steuerte Torsten Wagner den Korb zur fiktiven Brandbekämpfung und Nachkontrolle noch einmal in Richtung Obergeschoss. FOTO: Uwe Hegewald