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| 08:27 Uhr

Digitalisierung
Breitbandausbau schreitet voran

 Insgesamt 18 Kilometer Glasfaserkabel sollen beim Eigenausbau in der Stadt Calau neu verbaut werden.
Insgesamt 18 Kilometer Glasfaserkabel sollen beim Eigenausbau in der Stadt Calau neu verbaut werden. FOTO: dpa / Guido Kirchner
Calau. In Calau baut die Telekom in den nächsten Monaten vor allem das Glasfasernetz für rund 3300 Haushalte aus. Ein besonderes System ermöglicht dann sehr hohe Geschwindigkeiten. Von Rüdiger Hofmann

Schnelleres Internet nimmt in Calau immer mehr Gestalt an: Etwa 3300 Haushalte sind in der Stadt von den geplanten Baumaßnahmen der Telekom im Bereich Vectoring-Technik – Eigenausbau betroffen. Das Ortsnetz 03541 deckt auch Teile von Lübbenau und dem Luckaitztal ab. Glasfaserkabel mit einer Gesamtlänge von 18 Kilometern werden neu gebaut. Das wurde im jüngsten Wirtschaftsausschuss bekanntgegeben.

Telekom erhält kompletten Ausbauauftrag

„Die Telekom hat dabei den kompletten Ausbauauftrag im Land Brandenburg erhalten“, sagt Sven Nitze, Regiomanager Infrastruktur bei der Telekom. Hinzu kommt der Neubau von 4,4 Kilometern Fernkabel und 2,2 Kilometern Kupferkabel speziell in Calau. Ausführende Firma ist die Firma Rentsch & Balke.

Drei Systeme kommen laut Telekom zum Einsatz: der Eigenausbau (Vectoring-Technologie), der Nahbereichsausbau (ebenfalls Vectoring-Technologie) und der geförderte Breitbandausbau (Glasfasertechnologie).

Bis zu 250 Mbit durch Super-Vectoring

Beim Eigenausbau wird der Breitbandausbau ohne Fördergelder, also auf Kosten der Telekom, durchgeführt. Hierbei erfolgt der Einsatz der Vectoring-Technologie – eine Technologie, die auf VDSL aufbaut und höhere Bandbreiten ermöglicht. Die bisherigen Kupferleitungen zwischen Haushalten und Kabelverzweigern bleiben bestehen. „Möglich ist die Zuschaltung von Super-Vectoring mit bis zu 250 MBit/s“, so Nitze. Neubau- und Gewerbegebiete würden seit 2018 im Glasfaserausbau realisiert.

Beim Nahbereichsausbau soll der Ausbau aller Kabelverzweiger im Umkreis von 550 Metern von der Vermittlungsstelle erfolgen. Betroffen sind rund 800 Haushalte. Möglich sind mit Vectoring Geschwindigkeiten von 100 MBit/s, später kann die Umschaltung auf 250 MBit/s erfolgen – das sogenannte Super-Vectoring. Die Regulierung erfolgt durch die Bundesnetzagentur. 600 Meter Glasfaser würden neu gebaut, ein Kilometer Fernkabel und 250 Meter Kupferkabel.

Beim geförderten Breitbandausbau (Glasfasertechnologie) schießen der Bund 50 Prozent und das Land 40 Prozent an Fördergeldern zu. Die restlichen zehn Prozent Eigenanteil trägt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Eine Förderung sei nur bei einer Bandbreite bis maximal 30 MBit/s am Haus möglich. Neu hingegen ist die Förderung von Glasfasern bis in das Haus mit Bandbreiten bis 1 GBit/s. Die Laufzeit bis zur kompletten Fertigstellung beträgt rund 48 Monate.

Vectoring-Technologie günstiger und schneller verbaut

„Grundsätzlich ist ein Vectoring-Ausbau schneller und günstiger als ein reiner Glasfaserausbau“, sagt Sven Nitze. Beim Vectoring werde ein neues Glasfasernetz von der Vermittlungsstelle bis zu einem Multifunktionsgehäuse am Straßenrand verlegt. Das Multifunktionsgehäuse ist eine Mini-Vermittlungsstelle, in der optische in elektrische Signale umgewandelt werden. Über Kupferkabel würden die Daten dann über bestehende Leitungen an den Endkunden im Gebäude weitergeleitet.

Entscheidend für die Bürger in Calau: Bereits Mitte August sind die ersten etwa 1000 Haushalte mit dem Super-Vectoring freigeschaltet worden. „Weitere Einschaltungen erfolgen Mitte September mit rund 1100 Haushalten“, so Sven Nitze. Mitte Oktober folgen dann noch einmal rund 100 Haushalte, die sich über höhere Internetgeschwindigkeiten freuen können.

Neues Projekt der Telekom im Bildungsbereich

Sven Nitze weist bei seinem Vortrag im Wirtschaftsausschuss auch noch auf ein weiteres Projekt hin: mit „Telekom@School“ kann die „zukunftsfähige Ausrichtung schulischer IT-Infrastrukturen durch kostenlose und preisgünstige Internetanschlüsse begleitet werden“. Das Projekt wendet sich an alle öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, die eine Erstausbildung betreiben, zum Beispiel Grund- und Hauptschulen, Sonderschulen, Berufsschulen und Gymnasien. Sollte die eine oder andere Lerneinrichtung hellhörig werden, kann Sven Nitze vermitteln.