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Bauamt zieht um
Calau braucht dringend neue Kita

Das Calauer Bauamt soll zu einer Kita umgebaut werden, um dem drohenden Mangel an Betreuungsplätzen zu begegnen.
Das Calauer Bauamt soll zu einer Kita umgebaut werden, um dem drohenden Mangel an Betreuungsplätzen zu begegnen. FOTO: Kuschy / LR
Calau. Mehr als 20 Kinder haben ab März keinen Platz. Deshalb soll alsbald Baustart sein. Insgesamt rund 1,55 Millionen Euro sollen investiert werden.

Die Witzestadt Calau braucht dringend eine neue Kindertagesstätte. Denn was nicht mehr witzig ist: Mehr als 20 Kindern können ab März kommenden Jahres keine Plätze in den vier Calauer Kitas mehr angeboten werden. „Deshalb ist es so wichtig, dass noch in diesem Jahr der Haushalt beschlossen wird, damit möglichst schnell mit dem Umbau des Bauamtes zur Kita begonnen werden kann“, sagt Hauptamtsleiterin Beate Matzke. Ziel sei, die Einrichtung im September/Oktober 2018 zu öffnen. Das aber hilft den Eltern dieser mehr als 20 Kinder nicht mehr. Sie müssen sich vorerst anderweitig kümmern und schauen voller Hoffnung auf Nachbarkommunen. Doch auch deren Kitas sind derzeit gut ausgelastet. Weitere Calauer Kinder sind bereits geboren – wie sie im kommenden Jahr unterzubringen sind, ob das in der dann neuen Kita schon möglich wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Im nächsten Jahr wird das Bauamt, das ursprünglich einmal Kita war, in ein anderes Gebäude umziehen. Wie die künftige Kita mit Hort aussehen könnte, weiß Planer Henry Jochintke. Seine Vorstellungen hat er den Mitgliedern des Bauausschusses präsentiert. Demnach könnten in der Kita rund 40 und im Hort bis zu 60 Mädchen und Jungen betreut werden. Die Bibliothek im Längsgebäude bleibt bestehen und wird sich nur gering räumlich einschränken müssen. Für sie und die Hortkinder wird es einen gemeinsamen Eingang geben. Der Zugang zur Kita erfolgt getrennt davon auf der anderen Seite vom großen Spielbereich aus. Vom ersten Obergeschoss der Kita soll eine Rettungsrutsche bis in den Hof führen. „Die kann von den Kindern täglich zum Vergnügen genutzt werden. Sie haben dann bei einem möglichen Notfall keine Angst mehr, sie zu benutzen“, so der Planer. Auch eine Stiefelwaschanlage sei für kleine „Schmutzfinken“ eine durchaus passable Angelegenheit.

Die Kita soll laut Planung Fußbodenheizung bekommen. Leitungen müssen im gesamten Haus eh neu verlegt werden. Die Fassade soll mit einem Wärmedämmverbundsystem für mehr Energieeffizienz sorgen. Das allein aber mache es nicht, erklärt Siegfried Bauer, der für die Heizung- und Sanitärplanung verantwortlich zeichnet. Die richtige Technik gehöre dazu. Sein Favorit sei eine Luft-Wasser-Wärme-Pumpe. Denn ein Einsatz von Pellets brauche Platz zur Lagerung und für Versorgungsfahrzeuge. Einen größeren Energiebedarf als die künftige Kita und das Bibliotheksgebäude habe nach Überzeugung des Planers das Haus der Begegnungen, das mit dem benachbarten Gebäude versorgungsmäßig zusammenhänge. Ursprünglich sah der Calauer Haushaltsplan vor, das Haus der Begegnungen auch aus diesem Grund demnächst zu sanieren.

Daraus wird wohl erst einmal nichts. Denn die Kosten für den geplanten Umbau im kommenden Jahr fallen um 612 000 Euro höher aus als ursprünglich angenommen und liegen derzeit bei 1,55 Millionen Euro. Wer das eine will, muss das andere lassen. So suchten die Abgeordneten nach Möglichkeiten, den Differenzbetrag aus eigenen Mitteln aufzubringen. Was am Schluss heißt: Vier geplante Vorhaben werden verschoben werden müssen. Das sind die Sanierung eben des Hauses der Begegnungen und der Straße der Freundschaft. Diese werde jedoch 2018 geplant. Warten müsse auch der zweite Bauabschnitt des Radwegs zwischen Calau und Mlode. Die Calauer Feuerwehr bekommt ihren neuen Gerüstwagen auch etwas später. In Planung, so Bürgermeister Werner Suchner, sei die Sanierung der Kita Zinnitz zwischen 2018 und 2021.