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Bus stürzt um, Gefahrlastfahrzeug schlägt leck – viel zu tun für die Feuerwehr

Sechs Personen mussten aus einem umgestürzten Linienbus gerettet werden.
Sechs Personen mussten aus einem umgestürzten Linienbus gerettet werden. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Calau. Bis zuletzt haben Feuerwehrführungskräfte eine groß angelegte Einsatzübung geheim gehalten. Umso spektakulärer präsentierte sich diese, am Samstag in Calau, bei der Einsatzkräfte aus dem ganzen Landkreis Oberspreewald-Lausitz zusammengezogen wurden. Uwe Hegewald/uhd1

Die Szenerie: Gefahrstofflaster rammt Linienbus.

Samstagvormittag, 8.50 Uhr, Rummelplatz Calau. Mütter und Väter zieht es mit ihren Sprösslingen auf die Freifläche vor dem Jahnsportplatz. Für den Calauer Stadtwehrführer André Dreßler nicht überraschend: "Calauer sind feuerwehraffin. Die haben Freitagabend das in Schräglage gebrachte Buswrack entdeckt und für den Folgetag eine Einsatzübung vermutet."

"Hört, die spielen unser Lied."

Dreßler zählt zum Beobachterstab der Übung, die in zwei Phasen abläuft. Phase I: Umgestürzter Linienbus mit sechs verletzten Personen, die es zu retten gilt. Phase II: Verursacher des Verkehrsunfalls ist ein Gefahrlastfahrzeug, der Einsatz der Gefahrstoffeinheit des Landkreises OSL wird notwendig.

74 Einsatzkräfte bindet die Übung bei der Gefahrstoff-Aktion. Bei der Rettung der Unfallopfer, im Stepp I, sind es 38 Frauen und Männer inklusive Rettungsdienste. Matthias Kunze, Sachbearbeiter Katastrophenschutz im FKTZ Großräschen zählt auf: Neben den Feuerwehrleuten aus Calau sind es Einsatzkräfte aus Gahlen (Stadt Vetschau), den Ämtern Altdöbern, Ruhland und Ortrand sowie der Städte Senftenberg, Lauchhammer und der Gemeinde Schipkau, die nach Calau eilen. Darüber hinaus ist die Schnelleinsatzgruppe-Führungsunterstützung mit einem Einsatzleiterwagen präsent.

Als um 9 Uhr die Sirenen ertönen, kommentiert Manuel Keba (Brieske) den weithin hörbaren Alarm mit den Worten: "Hört, die spielen unser Lied." Es ist ein Lied mit Ansage: Neben drei Dummys gilt es mit Lisa Bartke, Mandy und Christian Spiller drei "echte" Personen aus dem Wrack zu retten. "Das Szenario mit dem umgestürzten Bus entspricht der Osterübung 2009", teilt Frank Bareinz mit.

Drehbuchautor aus Calau

Dass der Calauer Ortswehrführer als Drehbuchautor in Erscheinung tritt, ist in Calau klar. "Unserer klassischen Übung hat sich der Landkreis angeschlossen. Dort sah man eine guete Gelegenheit, eine GSG-Übung zu integrieren", so der Organisator. GSG steht für "Gefährliche Stoffe und Güter", die mindestens einmal im Jahr im Fokus kreislicher Übungseinheiten stehen muss.

Das Ineinandergreifen der Einsatzkräfte unter Leitung von Kathleen Rohmann ist zufriedenstellend. Für die stellvertretende Calauer Ortswehrführerin ist es die erste große Herausforderung als junge Mutter mit anschließender Elternzeit. "An Kleinigkeiten wie etwa die Kommunikation der Feuerwehrleute mit den Rettungskräften kann noch gefeilt werden. Was eine Gesamtbeurteilung anbetrifft, neige ich dazu die Note 2 zu vergeben", resümiert Frank Bareinz.

Einsatzübungen hätten ihren eigenen Charakter und seien keinesfalls mit einem heißen Einsatz vergleichbar. Wirklichkeit und Realität zeichnen ein völlig anderes Bild. Um für diese Fälle bestmöglich gewappnet zu sein, machen wir diese Übungen", begründet er. Als Organisator zählt er zum namhaften Beobachterstab mit Tobias Pelzer, stellvertretender Kreisbrandmeister (FKTZ-Großräschen), André Dreßler (Calau), stellvertretender Landesbranddirektor und Veit Knoppe (Ruhland), stellvertretender Einsatzleiter Gefahrstoffeinheit des Landkreises OSL.