ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:06 Uhr

Theater für die Region
Der letzte Streich der Olsenbande

 In der Mehrzweckhalle von Groß Beuchow wollen Egon Olson, Benny und Kjeld auch in diesem Sommer wieder zuschlagen.
In der Mehrzweckhalle von Groß Beuchow wollen Egon Olson, Benny und Kjeld auch in diesem Sommer wieder zuschlagen. FOTO: Uwe Hegewald
Das Bunte-Bühne-Team arbeitet an Teil 3 des Sommertheater-Erfolgsstücks. Bei den anderen Produktionen setzt man auch 2019 wieder auf Regionalität. Von Daniel Preikschat

Fans der Olsenbande-Aufführungen in der Lübbenauer Sommertheaterreihe mögen sich fragen: gute oder schlechte Nachricht? Bunte-Bühne-Chef Matthias Härtig kündigt einen dritten Teil an, allerdings ist es auch der letzte Teil. Die 15 Auftritte von Egon, Kjeld und Benny in der idyllisch im Grünen gelegenen Mehrzweckhalle in Groß Beuchow können sich Besucher erneut von Mitte Juli bis Anfang September ansehen.

Wieder setzt Härtig auf eine Abfolge irrer Szenen aus den dänischen Olsenbande-Filmen, die 14 bis 15 Darsteller rund um die Profis Sylvia Burza, Matthias Greupner und Michael Apel spielen. 32 Podeste stehen ihnen auf der verschachtelten Bühne, die schon in den Vorjahren zum Einsatz kam, zur Verfügung. Tanz- und Musikeinlagen lockern wieder die Krimi-Handlung auf und dürfen ebenso wenig fehlen wie dänisches Tuborg-Bier.

Bei Teil 1 und 2 ging der Olsenbande-Plan der Bunten Bühne voll auf. Jede Vorstellung war ausverkauft, insgesamt kamen jeweils rund 2000 Menschen in den Lübbenauer Ortsteil. Matthias Härtig rechnet 2019 mit einem ähnlichen Erfolg. Dafür spricht allein der vielfach an die Schauspieler herangetragene Wunsch, noch einen Teil 3 dranzuhängen. Einen vierten aber werde es definitiv nicht geben. Irgendwann erschöpfe sich der bühnentaugliche Szenenvorrat aus den dänischen Filmen, so Härtig. Viele großartige Filmpassagen seien nicht bühnentauglich und ließen sich nicht im Theater zeigen. Man werde die Olsenbande daher „in den verdienten Ruhestand verabschieden“.

Bei der „Pension Spreewald“ indes, der zweiten großen Eigenproduktion der Lübbenauer, sind mehr Fortsetzungen möglich. Dieses Jahr gibt es in der Vorweihnachtszeit bereits Teil 5 zu sehen. Für diese Reihe wiederum sei die DDR-Lustspielfilmserie „Ferienheim Bergkristall“ Quell der Inspiration, so Härtig. Bei Handlung und Figurenauswahl werde Wert gelegt auf Lokalkolorit.

Um die Erwartungshaltung der Besucher zu befriedigen, sie immer neu zu überraschen, müsse auch immer mehr investiert werden. Der Aufwand für die erste Sommertheater-Aufführung sei ungleich geringer gewesen als für die nun anstehende Olsenbande-Produktion, sagt der Bunte-Bühne-Chef. Die Stadtverordneten können das aber auch nachvollziehen. Einem Antrag, für die Produktion von „Olsenbande“ und „Pension Spreewald“ für das Jahr 2019 einen Zuschuss von 10 000 Euro zu gewähren, stimmten sie im Herbst zu. Anerkennenswert findet das Härtig. Immerhin müsse die Stadt mit der Bunten Bühne schon ein Haus funktionstüchtig halten, in dem viel Technik steckt und in das Jahr für Jahr 8000 bis 10 000 Menschen ein- und ausgehen.

Um die Besucherzahl konstant zu halten, verfolgt die Bunte Bühne weiter den regionalen Ansatz, auch bei den anderen Veranstaltungen. So bekommen vor allem Künstler aus der Region in der Bunten Bühne Auftrittsmöglichkeiten, unter anderem die Musiker Marie-Joana aus Vetschau und Andreas Schenker aus Boblitz. Für Sommerferienkinder in Lübbenau werden auch dieses Jahr vormittags Märchen und Abenteuergeschichten vorgelesen. Der Theaterjugendklub indes probt ein Stück, das sich erneut eines aktuellen Themas annimmt. In den vergangenen Jahren hatte man sich mit häuslicher Gewalt oder der Droge Chrystal Meth auseinandergesetzt. Diesmal lautet der Arbeitstitel: „Magie des Netzes“.

 In der Mehrzweckhalle von Groß Beuchow wollen Egon Olson, Benny und Kjeld auch in diesem Sommer wieder zuschlagen.
In der Mehrzweckhalle von Groß Beuchow wollen Egon Olson, Benny und Kjeld auch in diesem Sommer wieder zuschlagen. FOTO: Uwe Hegewald