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| 02:49 Uhr

Bürgerstiftung Spreewald lockt mit Bio-Obst

Michael Petschick, Bernd Elsner und Holger Bartsch (v.l.) bei der Montage der Stiftungs-Schilder am Montag an der Streuobstwiese nahe Stradow. Baumpaten sind Nutznießer der Erträge und helfen mit ihren Beiträgen der Stiftungsarbeit.
Michael Petschick, Bernd Elsner und Holger Bartsch (v.l.) bei der Montage der Stiftungs-Schilder am Montag an der Streuobstwiese nahe Stradow. Baumpaten sind Nutznießer der Erträge und helfen mit ihren Beiträgen der Stiftungsarbeit. FOTO: Jan Gloßmann
Stradow. Wer bei der Bürgerstiftung Naturlandschaft Spreewald einen Baum in Patenschaft nimmt, könnte einen guten Schnitt machen. Und das nicht nur, weil der Naturschutzbund auf der Streuobstwiese nahe Stradow jüngst für fachliche Hilfe sorgte. Jan Gloßmann

Zwar fehlt (noch) ein entsprechendes Zertifikat, doch die Früchte von der Streuobstwiese zwischen Stradow und Burg sind Bio. Etwas anderes könne es gar nicht sein, versteht sich doch die Stiftung schon in ihrem Namen als der Umwelt des Spreewaldes verpflichtet. "Hier wächst pure Natur, hier wird nichts behandelt", sagt Stiftungsvorstand Holger Bartsch. Am gestrigen Montag haben er, sein Mitstreiter Michael Petschick sowie Jürgen Jentsch und Bernd Elsner von Naturschutzbund Calau an der Fläche Schilder montiert und einen Nistkasten im Geäst eines Birnbaums angebracht.

Die Schilder weisen auf den Pächter der Fläche - die Bürgerstiftung - hin, und sie warnen in einem etwas holprigen Behörden-Deutsch: "Diebstahl wird zur Anzeige gebracht".

Gleichwohl hoffen die Stiftungs-Leute, dass sie dabei künftig weniger zu schleppen haben als die Paten, die das Obst ihrer Bäume ernten. Verschont geblieben waren sie in den zurückliegenden Jahren nicht von Dieben, die sich am Obst nicht satt sehen konnten, sondern es auch in die eigene Tasche wirtschafteten. Es kamen aber auch Leute, die die Rundhölzer von nachgepflanzten Bäumen entwendeten. Für den Schaden kam die Stadt Vetschau auf, wofür Bartsch dankbar ist.

Weitere Unterstützer finden sich auch in diesen Tagen, um das Vorhaben zu verbessern, das "wie kein anderes für den Gedanken einer Bürgerstiftung steht", so der Vorstandschef. Als Baumpaten sind Menschen aus dem Spreewald - mittlerweile bis hinauf nach Lübben - direkt beteiligt ebenso wie Unternehmen und Institutionen. Für 90 Euro und damit drei Jahre kann man sich eine solche Patenschaft sichern, kann das Obst ernten oder es der Stiftung für die Verwertung überlassen, kann es spenden oder verschenken. Bislang haben 21 Paten insgesamt 27 Bäume unter ihren Fittichen. Die Fläche erweist sich als nahezu ideal, sagt Michael Petschick, dem als Mitarbeiter der Biosphären-Reservats-Verwaltung an intakter Natur gelegen ist. Der Platz für knapp 80 Bäume ist dank der natürlichen Gegebenheiten gut, aber nicht überreichlich gewässert, es gebe keine Staunässe. "Luft nach oben" gibt es laut Bartsch für weitere Paten; noch kann man sich seinen Baum mit der Bio-Obst-Qualität aussuchen. Das soll weniger Diebe als vielmehr weitere Unterstützer und Nutzer anlocken.

Dass die Bäume gut im Saft stehen, ist dem Naturschutzbund Calau zu verdanken. Der hat Geld und Fachleute organisiert, um den Gehölzen den seit Jahren ersten fachmännischen Schnitt zu verpassen. Der NABU-Bundesverband stellte dafür gut 4000 Euro zur Verfügung. Bartsch: "Die Bäume wuchsen vorher 20 Jahre ohne Pflege vor sich hin." Im Herbst wollen die Stifter mit Fachleuten aus dem Kräutergarten in Burg durch die Anlage gehen und die Obstsorten bestimmen.

Die Stiftung betreut neben der Streuobstwiese weiter mehrere Pflegeobjekte im Spreewald und arbeitet an einem Flächenpool, mit dem Ausgleichspflanzungen für den Straßenbau dem Spreewald zugutekommen sollen.