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Bürgermeisterwahl geht in zweite Runde

Bengt Kanzler (parteilos) hat mit 45,9 Prozent die meisten Stimmen, aber noch nicht die Wahl gewonnen.
Bengt Kanzler (parteilos) hat mit 45,9 Prozent die meisten Stimmen, aber noch nicht die Wahl gewonnen. FOTO: dpr
Vetschau/Calau. Während Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) und Herausforderer Uwe Jeschke (SPD) weiter auf eine klare Entscheidung warten müssen, weiß der Calauer Amtsinhaber Werner Suchner (parteilos), dass er am 7. März 2018 für weitere acht Jahre sein Amt antreten wird. Hannelore Kuschy

Mit dem erfreulichen Ergebnis von 63,2 Prozent der Wählerstimmen sehe er sich in seiner Arbeit bestätigt. Er setze weiter auf Kontinuität und darauf, wie bisher immer wieder auch eigene Bewertungen kritisch zu hinterfragen. In Groß Jehser bekam Werner Suchner mit 75 Prozent die meisten Stimmen, in Craupe mit 43,5 Prozent die wenigsten. Dort aber entschieden sich 56,5 Prozent für Herausforderer René Riewa, der wiederum in Groß Jehser (25 Prozent) die wenigsten Wähler überzeugen konnte.

Alle weiteren Wahllokale im Überblick: Rathaus (62,9 Suchner/37,1 Riewa), Grundschule (63,2/36,8), Autohaus Kalz (61,4/38,6), Jugendclub (69,3/30,7), Bolsch witz (46,8/53,2), Buckow (64,6/35,4), Groß Mehßow (48,3/51,7), Gollmitz (60,2/39,8), Kemmen (57,1/42,9), Mlode (58,1/41,9), Saßleben (61,0/39,0), Werchow (58,0/42,0), Zinnitz (58,0/42,0), Briefwahl (70,7/29,3). Suchners Herausforderer René Riewa (CDU) zeigt sich in bester Laune: "Alles super. Die Bürger hatten die Wahl, und wir haben ein eindeutiges Ergebnis. Jetzt geht es mit Kommunalpolitik weiter." Die Wahlbeteiligung in Calau liegt bei 72,5 Prozent der 6877 Wahlberechtigten.

In Vetschau ist Bengt Kanzler derweil dabei, "sein Fell zu putzen" und zu schauen, wie er in den verbleibenden knapp zwei Wochen weitere "Wählerstimmen, die brach liegen" für sich gewinnen kann. Mit 45,9 Prozent hat er die absolute Mehrheit von 50 Prozent plus einer Stime verfehlt. Und will jetzt angreifen: "Jetzt werde ich deutlich machen, worin die Unterschiede zu meinem Herausforderer bestehen." Kanzler nennt das Schulzentrum mit dem Bau des Mehrzweckgebäudes und die personelle Ausstattung für die Wirtschaftsförderung. "Uwe Jeschke biete ich dazu ein Wahlforum an", so der Bürgermeister.

"Noch hat er sich nicht bei mir gemeldet", sagt daraufhin der SPD-Kandidat, der sich ob des Wahlergebnisses von 36,8 Prozent Stimmenanteil "ein bisschen überrascht" zeigt. "Dass es eine Stichwahl geben könnte - damit hatte ich aber gerechnet. Enttäuscht bin ich von einigen Ortsteilen", gesteht Uwe Jeschke. Denn lediglich in Ogrosen holte er mit 49,2 Prozent die meisten Stimmen, in Naundorf mit 17,2 Prozent die wenigsten.

Stefan Schön (Bündnisgrüne) freut sich über sein Ergebnis von 17,4 Prozent, zumal das auch seinen Geburtstag markiere, wie er erzählt. "Das zeigt doch auch, dass sich fast 900 Wähler mit grünen Ideen identifizieren können. Und ich war die einzige Alternative zu den beiden anderen", wertet er sein Abschneiden. Mit 36 Prozent hatte er die meisten Stimmen aus Tornitz bekommen, die wenigsten in Göritz (10,6 Prozent).

Alle vorläufigen Ergebnisse aus Vetschauer Wahllokalen: Suschow (49,4 Prozent Kanzler/31,7 Prozent Jeschke/18,9 Prozent Schön), Stradow (60,0/25,1/14,9), Repten (60,8/21,6/17,6), Raddusch (60,6/24,4/15,0), Ogrosen (27,8/49,2/23,0), Naundorf (65,6/17,2/17,2), Missen (43,7/43,3/13,0), Tornitz (30,0/34,0/36,0), Laasow (46,9/40,0/13,1), Koßwig (51,3/25,3/23,4), Göritz (56,6/32,7/10,6), Kinder- und Jugendfreizeithaus (36,6/46,4/17,0), Bürgerhaus (44,0/38,4/17,6), Märkischheide (43,0/40,2/16,9), Stadtverwaltung (47,7/35,317,0), Kita "Rappelkiste" (39,1/46,7/14,2), Feuerwehrgerätehaus (37,8/46,3/15,8), Briefwahl (47,8/31,8/20,4). Die Wahlbeteiligung in Vetschau liegt bei 73,7 Prozent der insgesamt 7074 Wahlberechtigten. Sie werden nun am 8. Oktober noch einmal an die Wahlurne gebeten. Nach Angaben von Wahlleiter Ulrich Lehmann bleiben die Wahllokale und die Wahlbenachrichtigungskarten die selben. Voraussetzung für eine gültige Wahl ist eine Wahlbeteiligung von mindestens 30 Prozent. Wer sie gewinnen will, muss davon 50 Prozent plus eine Stimme auf sich vereinen.

Uwe Jeschke (SPD) geht mit derzeit 36,8 Prozent der Wählerstimmen in die Stichwahl am 8. Oktober.
Uwe Jeschke (SPD) geht mit derzeit 36,8 Prozent der Wählerstimmen in die Stichwahl am 8. Oktober. FOTO: hk