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| 13:19 Uhr

Katzenmord
Bürger aus Laasow erhöht Belohnung im Fall des Katzenmords

Der vierfache Katzenmord in Vetschau hat für Schlagzeilen gesorgt. Nun will ein Bürger aus Laasow die von der Tierschutzorganisation Tasso ausgerufenen Belohnung von 1000 Euro um 250 Euro aufstocken.
Der vierfache Katzenmord in Vetschau hat für Schlagzeilen gesorgt. Nun will ein Bürger aus Laasow die von der Tierschutzorganisation Tasso ausgerufenen Belohnung von 1000 Euro um 250 Euro aufstocken. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Vetschau. Kleinstlandwirt will öffentlichen Druck auf den Täter erhöhen. Polizei ermittelt auf Hochdruck. Städtischer Tierarzt nennt Giftanschlag „ein Verbrechen“. Von Rüdiger Hofmann

Andreas Haupt aus dem Vetschauer Ortsteil Laasow will die von der Tierschutzorganisation Tasso festgesetzte Belohnung im Fall des Katzenmords erhöhen. „Ich gebe eine definitive Absichtserklärung, dass ich 250 Euro als Privatperson auf die 1000 Euro von Tasso drauflege“, so der Kleinstlandwirt. „Da führt die Stadt eine solch sinnvolle Kastrationsaktion durch, und dann diese schändliche Tat“, zeigt sich der Laasower empört. „Ich bin selber Halter von sechs Katzen und würde durchdrehen, wenn meinen Tieren so etwas passiert“, sagt Haupt.

In Vetschau sind im Bereich Juri-Gagarin-Straße/Pestalozzistraße kürzlich vier halterlose Katzen an einer betreuten Futterstelle vergiftet worden und qualvoll verendet. Daraufhin hatte die Stadt Strafanzeige bei der Polizei erstattet wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Wir haben unsererseits 500 Euro festgeschrieben für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen“, sagt Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). In Summe ist also momentan eine Belohnung in Höhe von 1750 Euro ausgesetzt.

Auch der für die Katzen-Kastration zuständige Tierarzt zeigt sich schockiert von den jüngsten Vorfällen. „Das ist eine Riesensauerei, ein Verbrechen“, sagt Stefan Schön. Er wurde in der zweiten Herbstferienwoche vom Bauhof – der die Fallen im Auftrag der Stadt aufstellt und die Fütterung kontrolliert – informiert, dass Katzen an der Futterstelle vergiftet aufgefunden worden sind.

Das Prozedere bei einer Katzen-Kastration läuft wie folgt ab: Mitarbeiter vom Bauhof laufen früh die Fallen ab. Sollte eine Katze gefangen worden sein, wird Stefan Schön informiert. Mittels einer Transportbox werden die Tiere dann zu ihm in die Tierarztpraxis gebracht. „Dort prüfe ich, ob die Katze oder der Kater bereits kastriert wurden oder nicht“, so Schön. Besitzt das Tier einen Chip mit einer Nummer als Kennzeichnung, ist es bereits kastriert und wird wieder freigelassen. Wenn nicht, erfolgt die Behandlung.

„Ich würde mir wünschen, dass diese notwendigen Kastrationsaktionen auch in anderen Kommunen Schule machen.“ Langfristig senke eine solche Maßnahme die hohe Population an halterlosen Katzen im Wohngebiet und führe zudem zu einer Kostenreduzierung für die Stadt, sagt Schön. Zehn Tiere hat der Tierarzt seit Beginn bereits kastriert – neun Katzen und ein Kater. Insgesamt vermutet er rund 150 halterlose Katzen in Vetschau. Bis Anfang Februar will man die Kastrationen vorerst weiterführen. „Dann werden die Katzen rollig und das OP-Risiko ist zu hoch“, so Schön.

Die ausgesetzte Belohnung bewertet Stefan Schön als sehr gut. „Hoffentlich bringt sie etwas“, so Schön. Zumindest sei sie eine Form der Abschreckung.