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| 02:32 Uhr

Buckower Steinkreuz: "Mordstein" ist möglicherweise deutlich älter

Das Steinkreuz ist am Montag wieder im Calauer Ortsteil Buckow aufgestellt worden.
Das Steinkreuz ist am Montag wieder im Calauer Ortsteil Buckow aufgestellt worden. FOTO: Bilderdienst-Lausiotz/rhl1
Calau. Der Calauer Ortsteil Buckow hat seit Montag sein irrtümlich entwendetes Steinkreuz an der Ecke Dorfstraße/Säritzer Weg zurück. Dabei überraschte die Cottbuser Archäologin Dr. Elisabeth Faulstich vom Freien Instituts für Angewandte Kulturwissenschaften (FIAK) mit der Annhame, das Kreuz sei viel älter als bislang angenommen. stu1

"Die bisherigen Untersuchungen lassen die Entstehung des Steinkreuzes im 12. Jahrhundert vermuten." Sie verwies auch auf die Eigenart des Kreuzes aus rötlich braunem Granit in der Gestalt eines pilzförmiges Steinkreuzes. Auf der Nordseite enthält es eine senkrechte und eine horizontale Ritzlinie, die ein Kreuz oder Schwert darstellen. Auf dem Kopfrest ist eine Kerbe jüngeren Datums eingeschlagen. "Es gibt im Oberspreewald-Lausitz-Kreis nur noch 18 dieser Sühne- oder Steinkreuze", erklärte Kerstin Grahm von der Unteren Denkmalbehörde. Im Volksmund wird das Buckower Steinkreuz auch als "Mordstein" bezeichnet. Der Legende nach soll es als Sühnezeichen für den Mord an einen schwedischen Offizier während des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) aufgestellt worden sein. Dass das Kreuz früher einen anderen Standort hatte, konnte Dieter Mudra bestätigen. Ein Foto zeigt, dass das Kreuz im Jahr 1925 noch am Rande des Friedhofs weiter westlich stand. Das Kreuz war bei der Errichtung des Windparkes Schadewitz bei Aufräumarbeiten irrtümlich entfernt worden.