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Brückenschlag für den Schlosspark

Die Brücke am Hauptweg des Schlossparkes in Lübbenau existiert nur noch in Rudimenten.
Die Brücke am Hauptweg des Schlossparkes in Lübbenau existiert nur noch in Rudimenten. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Nun also doch: Nach zwei Sperrvermerken in den Haushalten für 2014 und 2015 haben die Stadtverordneten auf Antrag der CDU-Fraktion Geld für Brückenarbeiten im historischen Schlosspark Lübbenau freigegeben. Jan Gloßmann

Sinneswandel bei einer Mehrheit der Lübbenauer Stadtverordneten: Sie haben jetzt Geld freigegeben für den Neubau und die Sanierung von zwei Brücken im Schlosspark, das seit gut zwei Jahren gesperrt war. Dieses eher unrühmliche Kapitel der Lübbenauer Stadtpolitik ist nun auf Initiative und Antrag der CDU-Fraktion beendet worden. Noch im Januar hatte sich eine wenn auch knappe Mehrheit gefunden, die die Mittel - etwa 110 000 Euro - im Haushalt für 2015 erneut blockierte.

Die CDU, so ihr Fraktionschef Martin Habermann, habe sich nochmals ausführlich mit der Sachlage beschäftigt. Basis der bisherigen Beschlüsse war ein Antrag der Links-Fraktion. Diese hatte mehr Gegenleistungen der Eigentümer des Schlossensembles, der gräflichen Familie zu Lynar, gefordert, wenn die Kommune, also die öffentliche Hand, im Park investiert. "Wir wollen den Brückenbau nicht verhindern", sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Fron. Aber: Nach Ansicht der Links-Fraktion ist das Schlossensemble einschließlich des ausgezeichneten Hotels ein Betrieb gewerblicher Art, der vom Umfeld profitiere. Die CDU kommt nunmehr zu dem Schluss, dass das "nicht den Tatsachen entspricht".

Der Park sei eingetragenes Denkmal, und damit bestehe das öffentliche Interesse an Erhalt, Schutz und Pflege sowie Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit - allerdings müsse sich das im Rahmen des Zumutbaren bewegen. Diese Grenze werde überschritten, wenn Kosten und Erträge - vereinfacht gesagt - nicht wenigstens ausgeglichen sind. Daher gebe es schon seit 1994 und mit einigen Anpassungen Verträge über Pflegeleistungen und Verkehrssicherung durch die Kommune, da "die gesamte Stadt von dieser außergewöhnlichen Anlage profitiert".

Außerdem agiere das Schlosshotel als wichtiger touristischer Leistungsträger, nicht nur als Träger des Brandenburgischen Tourismuspreises 2015, sondern als über die Stadtgrenze ausstrahlende Herberge und als Veranstaltungsort. Zudem lasse sich das auch in Zahlen ausdrücken, so die CDU: Etwa 20 000 Euro Kurbeitrag und etwa 6000 Fremdenverkehrsabgabe fließen pro Jahr an die Kommune. Zudem zahlt das Unternehmen über die Grundsteuer auch Beiträge an den Wasser- und Bodenverband - wie die meisten Beitragszahler sicher nicht ausschließlich mit großer Freude, aber immerhin.

Der Brückenauf- und -neubau an der Orangerie und am Hauptweg korrespondiert zudem mit dem Pflegewerk, mit dem der Park Schritt für Schritt in seine klassischen Zustand versetzt werden soll.

Im Park selbst ist derzeit der Wasser- und Bodenverband "Oberland" Calau damit beschäftigt, das Gewässersystem wiederherzustellen.